Schonmal mit Cannabis gekocht oder gebacken? Vielleicht ist dir auch schon aufgefallen, dass Kochbücher und Rezepttipps mit Cannabis momentan ohne Ende gehypt werden. Und das ist nicht verwunderlich, schließlich wird Rauchen immer unpopulärer und es gibt so viele andere, leckere Möglichkeiten, wie du dein medizinisches Cannabis konsumieren kannst. Man könnte es auch so formulieren: Du kannst so ziemlich jedes deiner Lieblingsgerichte auch mit Cannabis kombinieren!

Cannabis Butter, oder auch Cannabutter genannt, eignet sich hervorragend als Basis zum Kochen und Backen und du kannst sie als Grundlage für viele süße und salzige Rezepte einsetzen. Allerdings reicht es dafür nicht, einfach zerkleinertes Pflanzenmaterial in weiche Butter zu rühren. Deswegen haben wir den ultimativen Guide für dich zusammengestellt, wie man Cannabis Butter herstellen kann, was es dabei zu beachten gibt und was du anschließend Leckeres damit anstellen kannst.

Das solltest du beachten, wenn du Cannabis Butter herstellen möchtestcannabis für butter

Cannabis essen oder kochen hört sich erstmal einfach an – und das ist es auch, wenn du einige Tipps beachtest. Denn bei der potenten Pflanze handelt es sich nicht um irgendein Gewürz oder eine Salatzutat, deswegen solltest du wissen, wie du richtig mit ihr umgehst. Um Cannabis Butter herzustellen, gibt es ein paar einfache Regeln zu beachten. Damit wird deine Cannabutter nicht nur lecker, sondern du holst auch die optimale Wirkung heraus. Hier ist das Wichtigste erklärt:

Decarboxylierung – „aktive“ Cannabis Butter herstellen

Das allerwichtigste zuerst: Cannabinoide, wie zum Beispiel Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), sind in rohem Cannabis in dieser Form noch gar nicht enthalten. Sie liegen nur als Säuren, THCA und CBDA genannt, vor. Damit medizinische Cannabis seine Wirkung überhaupt entfalten kann, müssen diese Säuren umgewandelt werden.

Das geschieht, indem man ein Kohlenstoffmolekül aus ihrer chemischen Struktur abspaltet. Damit die Umwandlung stattfinden kann, ist es notwendig, diese zu erhitzen. So wandeln sich die Säuren dann in die wirkungsvollen Cannabinoide um. Dieser Aktivierungsprozess nennt sich Decarboxylierung. In dem Cannabis Butter Rezept, das wir für dich herausgesucht haben, ist der Prozess selbstverständlich direkt enthalten. Wenn du noch mehr zum Thema wissen möchtest, findest du hier einen detaillierten Artikel zur Decarboxylierung.

Verschiedene Temperaturen – weniger ist manchmal mehr

Die Temperatur spielt beim Herstellen von Cannabis Butter eine wichtige Rolle, denn sowohl Butter wie auch Cannabinoide sind sehr hitzeempfindlich! Das sind die wichtigsten Kennzahlen, die es zu beachten gilt:

  • 145 Grad Celsius ist die optimale Temperatur, um THC und CBD zu aktivieren
  • Ab 150 Grad Celsius verbrennt Butter und wird ungenießbar
  • Ab 157 Grad Celsius beginnt THC zu verdampfen
  • Ab 160 Grad beginnt CBD zu verdampfen

Du siehst also, im Fall Temperatur ist weniger manchmal mehr, aber zu wenig ist auch nicht gut. Weil ein paar Grad schon einen ziemlichen Unterschied machen können, findest du weiter unten ein Rezept, das die verschiedenen Temperaturbereiche berücksichtigt. So musst du weder in Sachen Wirkung noch vom Geschmack her Abstriche machen.

Alles in Butter – Cannabinoide sind fettlöslich

Wusstest du schon, dass Cannabinoide „lipophil“ sind? Das heißt, dass sie sich so gut wie gar nicht in Wasser, dafür aber sehr gut in Fett lösen lassen. Da Butter zu mindestens 80% aus Fett besteht, ist sie ein optimaler Trägerstoff. Ein weiterer Grund also, Cannabis Butter unbedingt auszuprobieren!

Wie viel Cannabis für deine Butter – die Menge macht’s

Medizinisches Cannabis ist ein Naturprodukt und deswegen ist es schwer zu sagen, wieviel du für deine Cannabutter verwenden solltest. Die Wirkung ist individuell von Körper zu Körper total unterschiedlich und es gibt keine allgemeingültige Regel für die richtige Dosierung. Vor allem wenn du das erste Mal Cannabis Butter herstellst, empfehlen wir dir, dich langsam an die richtige Dosierung heranzutasten.

Denn die Wirkung von Edibles, also essbaren Cannabis Produkten, ist längst nicht so unmittelbar wie beim Rauchen! Sie setzt viel verzögerter ein und hält teilweise länger an, deswegen ist es ratsam, vorsichtig zu sein und dann beim nächsten Mal im Zweifel einfach ein bisschen mehr zu verwenden. Solltest du deine frisch hergestellte Butter nachdosieren wollen, dann nur vorsichtig und nach mindestens zwei bis drei Stunden Wartezeit.

Dazu muss man auch sagen, dass sowieso nur eine bestimmte Menge Cannabinoide in der Butter gebunden werden kann – deswegen ist es auch nicht wirklich sinnvoll, gleich einen ganzen Strauch zu verwenden.

Cannabis Butter selbst machen – das sind die Zutaten und so einfach geht‘s

Zutat für cannabis butterLange Rede kurzer Sinn – jetzt geht’s ans Eingemachte. Du kennst jetzt die Basics zur Herstellung von Cannabis Butter und worauf du achten musst. Dann kann es ja losgehen mit deiner selbstgemachten Cannabutter. Hier findest du eine genaue Step-by-step Anleitung, damit auch nichts schiefgehen kann:

Alles was du brauchst, um Cannabis Butter zu machen, sind folgende Zutaten:

  • medizinische Cannabisblüten
  • Butter (zum Beispiel 250 Gramm oder je nach gewünschter Menge)
  • Wasser (im Verhältnis 4:1 zur Butter, also bei 250 Gramm Butter 1 Liter Wasser)

Unser Tipp für die Veganer unter uns: Anstelle von Butter kannst du auch Kokosöl als pflanzliche Alternative nehmen. Die Zubereitung bleibt die gleiche.

Cannabis zerkleinern – der erste Schritt

Zunächst musst Du das medizinische Cannabismaterial zerkleinern. Wichtig ist, dass das Cannabismaterial möglichst fein zerkleinert wird. Benutze dafür am besten einen Grinder oder eine Mühle. Wenn du weder das eine noch das andere zuhause hast, kannst du auch eine Schere benutzen oder das Material mit deinen Fingern zerkleinern.

Decarboxylierung – der zweite Schritt

Breite das zerkleinerte medizinische Cannabismaterial auf einem Backblech aus und lass‘ es dann für etwa eine Stunde bei ca. 110 bis 120 Grad Celsius im Backofen. Alle zehn Minuten solltest Du das Material gut umrühren.

Cannabis in Butter lösen – der dritte Schritt

Fülle nun das Wasser in einen Topf lasse es aufkochen. Dann kommt die Butter hinzu. Auf den ersten Blick sieht das vielleicht nach zu viel Wasser aus. Das verkocht aber und du brauchst keine Angst zu haben, dass es deine Cannabis Butter verwässert oder zu flüssig macht. Nimm auf keinen Fall zu wenig Wasser, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die Butter anbrennt. Mit dem Verhältnis 4:1 von Wasser zu Butter, wie in den Zutaten angegeben, sollte dir das nicht passieren.

Nachdem die Butter geschmolzen ist und oben auf dem Wasser schwimmt, gibst Du das medizinische Cannabismaterial hinzu und reduzierst die Hitze. Das Ganze muss jetzt ruhig, sanft und langsam für mindestens drei Stunden vor sich hin köcheln. Zwischendurch kannst du ab und zu umrühren oder etwas Wasser hinzugeben, wenn du das Gefühl hast, dass es zu trocken wird. Viele Cannabis-Liebhaber lassen ihre Cannabis Butter sogar 8 bis 24 Stunden auf dem Herd.

Achtung Brandgefahr! Lass‘ den Topf auf keinen Fall unbeaufsichtigt und bleibe immer in der Nähe.

Alternative: Cannabis Butter im Wasserbad

Es ist auch möglich die Cannabis Butter im Wasserbad einzukochen. Dazu erhitzt du Wasser in einem großen Topf und gibst die Butter in einen etwas kleineren Topf, den du dann in den großen hineinstellen kannst. Sobald die Butter flüssig ist, kannst du das zerkleinerte medizinische Cannabis hineingeben. Cannabis Butter im Wasserbad sollte ebenfalls etwa 3 Stunden lang köcheln. Zwischendurch solltest du eventuell etwas Wasser nachgießen.

Cannabismaterial ausfiltern – der vierte Schritt

Deine Cannabis Butter ist jetzt fast fertig. Sie hat durch das Köcheln alle wichtigen Inhaltsstoffe aus dem medizinischen Cannabis aufgenommen und muss nun nur noch „gesäubert“ werden. Gieße dazu das Gemisch durch ein möglichst feines Küchensieb oder durch ein sauberes Tuch in einen größeren Behälter. Das im Sieb verbleibende Material kannst Du noch mithilfe eines Löffels oder im Tuch auspressen.

Cannabis Butter im Kühlschrank ruhen lassen – der fünfte Schritt

Stelle jetzt den Behälter in den Kühlschrank. Die Cannabutter löst sich innerhalb von ein paar Stunden vom Wasser und wird zu einer festen Schicht. Wenn Du an der Seite einen kleinen Schnitt machst, kann das braune Restwasser abfließen. Am besten ist es, wenn Du die verbleibende Butterschicht einmal ablöst und sie dann umdrehst. Sollte sich an der Unterseite noch eine bräunliche Schicht befinden, kannst Du diese ganz einfach abkratzen.

Danach kannst Du die Cannabis Butter direkt verwenden oder in einen Behälter (zum Beispiel ein Marmeladenglas) füllen und im Kühlschrank lagern. Wenn du sie nicht schon vorher verputzt, ist die Cannabis Butter dann etwa zwei Wochen lang haltbar.

Ob süß oder salzig – Cannabis Butter ist vielseitig einsetzbar

Selbst gemachte Cannabis Butter ist eine tolle Grundlage für das Kochen und Backen mit Cannabis, weil sie so vielfältig einsetzbar ist. Willst du es ganz einfach halten, kannst du sie anstelle deiner normalen Butter als Brotaufstrich zum Frühstück oder Abendbrot benutzen. Wer etwas kreativer in der Küche ist, kann damit auch Space Cakes, Plätzchen oder Brownies herstellen. Aber auch wenn du es lieber salzig magst, ist sie ideal für leckere Dips oder Soßen.

Hier ein Vorschlag von uns, wie du die Cannabis Butter direkt in leckeren Schoko Cookies weiterverwenden kannst. Das Rezept ist natürlich auch für Backanfänger geeignet:

Cannabis Schoko Cookies – Cannabis Butter im Einsatzcookies mit cannabis butter

Für diese genialen Cannabis Schoko Cookies brauchst du:

  • 175 Gramm Mehl
  • 150 Gramm (braunen) Zucker
  • Einen Esslöffel Backpulver
  • 1 Ei
  • 125 Gramm deiner selbst gemachten Cannabis Butter
  • 200 Gramm Schokolade (Zartbitter oder Vollmilch oder auch ein Mix aus beiden)

Unser Tipp für die Gourmets unter uns: Natürlich kannst du das Rezept auch noch mit Gewürzen, getrockneten Früchten, Schokolinsen o.Ä. verfeinern und deine ganz eigene Kreation zusammenstellen!

Und so werden daraus leckere Cannabis Schoko Cookies:

  1. Nimm‘ dir einen großen und etwas kleineren Topf. In den großen füllst du Wasser und bringst es zum Kochen. In den kleineren füllst du deine Cannabis Butter und die gehackte Schokolade und stellst ihn in den größeren Topf. Dann wartest du, bis alles schön im Wasserbad geschmolzen ist und lässt es ein wenig abkühlen.
  2. In einer Schüssel schlägst du währenddessen das Ei und den Zucker mit einem Handrührgerät schaumig. Sobald der Schoko-Butter-Mix etwas abgekühlt ist, rührst du ihn unter die Ei-Zucker-Masse. Pass‘ wirklich auf, dass er nicht zu heiß ist, weil dir sonst das Ei gerinnt und du ein leckeres Schoko-Rührei produzierst.
  3. Vermische das Mehl gut mit dem Backpulver und rühre es dann unter die flüssige Masse, bis keine Mehlklümpchen mehr sichtbar sind.
  4. Jetzt holst du dir ein Backblech mit Backpapier, teilst jeweils etwa einen Esslöffel Teig ab und verteilst die Portionen mit ausreichend Abstand zueinander auf dem Blech. Das ist wichtig, weil die Kekse beim Backen noch auseinanderlaufen.
  5. Heize den Ofen jetzt auf 140 Grad Celsius (Ober- und Unterhitze) vor und backe die Cannabis Schoko Cookies dann ungefähr 20 Minuten lang. Auskühlen lassen und genießen!

Die Wirkung von Cannabis Butter – lecker und intensiv

Bei dem ganzen Koch- und Backspaß solltest du jedoch nicht aus den Augen verlieren, dass medizinisches Cannabis nach wie vor eine potente Pflanze ist, deren Wirkung man nicht unterschätzen sollte. Jeder Körper reagiert anders auf medizinisches Cannabis und zwischen dem Rauchen und Edibles gibt es große Unterschiede.

Denn Cannabis wirkt ganz anders, wenn es über den Magen aufgenommen wird. Während die Wirkung beim Cannabisrauchen relativ schnell eintritt, dauert es in der Regel etwas länger, wenn die Wirkstoffe erst in den Magendarmtrakt gelangen und dann vom Körper weiterverarbeitet werden. Außerdem kann die Wirkung wesentlich stärker sein und länger andauern.

Unser Tipp für ein alternatives CBD Produkt: Limucan CBD Liquid

Deswegen taste dich am besten langsam heran und beginne erstmal nur kleinere Portionen zu essen, bevor du die Menge ganz in deinem Rhythmus und nach deinem Bedarf steigerst. Wenn du dir unsicher bist, kannst du natürlich auch jederzeit mit deinem Arzt wegen der Dosierung deines medizinischen Cannabis Rücksprache halten.

Cannabis Butter – selbst gemacht schmeckt’s am besten!

Das war es nun auch schon mit unserem ultimativen Cannabis-Butter-Guide und wir hoffen du bist jetzt ordentlich motiviert dich auch mal selbst hinter den Herd zu stellen. Wie du gesehen hast, ist das Kochen mit Cannabis gar nicht so schwer, wenn du einige Regeln beachtest bzw. dich Schritt für Schritt an unser Cannabis Butter Rezept hältst. Und wenn du bis dahin gekommen bist, warte erstmal wie lecker deine Cannabis Schoko Kekse werden… mmmhhh. Viel Spaß beim Ausprobieren!