Hanf liegt im Trend, Rauchen nicht. Da fragt sich bestimmt so mancher, der den Konsum von Cannabis immer noch mit Wasserpfeife oder Joint verbindet, wie das zusammenpassen soll. Tatsächlich sinkt die Raucherquote vor allem unter jungen Erwachsenen in den letzten Jahren zunehmend und das ist auch gut so. Gleichzeitig hat die „moderne“ Verwendung von Cannabis aber auch nichts mehr mit dem kiffenden Jugendlichen von nebenan zu tun.

Cannabis ist eine potente Heilpflanze mit jahrtausendelanger Tradition, die erst im vergangenen Jahrhundert ihr schlechtes Image als Einstiegsdroge wegbekommen hat. Mittlerweile wird die Allrounder-Pflanze Hanf von gesundheitsbewussten Menschen in allen Gesellschaftsschichten wiederentdeckt. Besonders beliebt sind dabei Möglichkeiten in den Genuss der Pflanze zu kommen, ohne mit dem Rauchen anfangen zu müssen.

In diesem Zusammenhang hast vielleicht auch du schon von Hanf Tinkturen, Urtinkturen oder Cannabis Essenzen gehört. Immer wieder wird über die Pflanzenauszüge und ihre Verwendungsmöglichkeiten berichtet. Aber was ist eigentlich der Unterschied, und wie kannst du eine Hanf Tinktur zuhause selbst herstellen? Wir haben für dich recherchiert und dir die wichtigsten Infos inklusive DIY-Rezept zusammengestellt.

Hanf Tinktur, Cannabis Tinktur, Urtinktur oder Pflanzenessenzen… wo sind da die Unterschiede? 

Cannabis Tinkturen waren vor dem nahezu weltweiten Verbot des Anbaus von Hanf ab den Vierzigerjahren ein alltäglicher Anblick und in jeder Apotheke erhältlich. Heute sieht das bekanntermaßen anders aus, was aber noch lange kein Grund ist, auf die Tinktur verzichten zu müssen. Bevor wir aber in den praktischen Teil und die Herstellung einer Hanf Tinktur einsteigen, lass‘ uns zunächst einen Blick auf die Grundlagen werfen.

Es macht nämlich durchaus einen Unterschied, ob wir von einer Urtinktur, einer Essenz oder einer Tinktur sprechen. Hier deswegen erstmal ein Überblick, was eigentlich hinter den einzelnen Begriffen steht:

Cannabis Tinktur herstellen - Hanfpflanze

Die Urtinktur – ein Begriff aus der Homöopathie

Wenn du dich schon einmal mit Homöopathie beschäftigt hast, wirst du vielleicht den Begriff Urtinktur kennen. Eine Urtinktur ist beispielsweise ein Kräuterauszug oder auch ein pflanzlicher Presssaft, der mit Alkohol gemischt wird. Dabei können verschiedene Herstellungsverfahren Anwendung finden. Eine Urtinktur ist sowohl aus frischen als auch getrockneten Pflanzenbestandteilen herstellbar.

In der Regel erfolgt die Herstellung jedoch aus frischen Pflanzenbestandteilen, um alle Inhaltsstoffe zu gewinnen. Beim Trocknungsvorgang können nämlich einige verloren gehen. Außerdem ist es möglich, eine Urtinktur mithilfe von Abkochen oder Fermentation zu gewinnen. Die Urtinktur in der Homöopathie wird meistens als Grundlage für die Herstellung homöopathischer Arzneimittel verwendet, kann aber auch pur eingesetzt werden.

Die Essenz – konzentrierte Pflanzenauszüge ??

Die Begriffe Tinktur und Essenz werden beide häufig für Flüssigkeiten oder Auszüge verwendet, jedoch gibt es hier auch Unterschiede. Denn Essenzen sind eine Konzentration, die durch verschiedene Verfahren, wie zum Beispiel Destillieren, Abkochen oder Filtrieren, hergestellt wird. Wenn zum Beispiel eine alkoholische Tinktur reduziert wird, ist es eine Essenz. Deshalb kann die Essenz auch als Konzentrat bezeichnet werden.

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Die Tinktur – ein flüssiges Pflanzenextrakt 

Eine Tinktur fällt nach Definition des Europäischen Arzneibuchs unter die Kategorie Extrakte. Sie wird mithilfe von Mazeration oder Perkolation aus pflanzlichen Grundstoffen gewonnen.

  • Mazeration – dabei wird das Pflanzenmaterial einer Flüssigkeit ausgesetzt, sodass die Inhaltsstoffe in das Lösemittel übergehen. Weil in den Zellen viel Inhaltsstoff und außen viel Lösemittel ist, entsteht ein Konzentrationsgefälle. Dann tauschen die Zellen quasiInhaltsstoff gegen Lösemittel. Das geht solange, bis in den Zellen genauso so viel Lösemittel enthalten ist, wie Inhaltsstoffe nach außen abgegeben wurden. Ist die Konzentration dann gleich, hört der Prozess automatisch auf.
  • Perkolation – dabei läuft eine Flüssigkeit durch das Pflanzenmaterial und spült die Inhaltsstoffe sozusagen heraus. Das kannst du dir ungefähr wie bei einer Kaffeefiltermaschine vorstellen.

Dabei wird meistens getrocknetes Pflanzenmaterial verwendet, es ist aber auch möglich eine Tinktur aus frischen Pflanzenteilen herzustellen. Meist kommt als Extraktionsmittel 70%iger Alkohol zur Anwendung, Öl kann allerdings auch verwendet werden. Wichtig ist dabei das Verhältnis zwischen Pflanzenmaterial und Extraktionsmittel. Das sollte entweder 1:5 oder 1:10 betragen. Wird ein anderes Verhältnis verwendet, bezeichnet man das gewonnene Extrakt als „Flüssigextrakt“ und nicht als Tinktur.

Cannabis Tinktur herstellen - Pflanzen

Hanf Tinktur DIY… so kannst du dein Pflanzenextrakt ganz einfach selbst herstellen 

Bleiben wir nun also bei dem Begriff Tinktur. Wenn du eine Hanf Tinktur selbst herstellen möchtest, ist dafür am besten die Mazeration geeignet. Obwohl du vielleicht auch mal Hanfpflanzenmaterial in deine Kaffeemaschine geben könntest… kleiner Scherz am Rande. Es ist gar nicht so schwer eine Do-it-yourself Cannabis Tinktur herzustellen und braucht auch nicht viele Zutaten. Mit diesem Rezept kannst du dir im Handumdrehen dein eigenes Pflanzenextrakt zusammenbrauen.

Rezept Cannabis Tinktur herstellen – so einfach geht es zuhause ?

Diese Zutaten brauchst du, um deine eigene Cannabis Tinktur herzustellen:Cannabis Tinktur herstellen - Hanfblüte

  • Hanfpflanzenmaterial aus Bio-Anbau, etwa 20 Gramm (bei Verschnitt, reine Blüten etwa 15 Gramm)

Am besten eignen sich Hanfblüten und Hanfpflanzenbestandteile aus Bio-Anbau. Enthält das Pflanzenmaterial chemische Verunreinigungen oder Pestizide würden diese sich ebenfalls in der Tinktur auflösen und konzentrieren.

  • Reiner Alkohol, etwa 200 ml (mit mind. 35%vol., besser 90%vol. Ethanol, das zum Verzehr geeignet ist)

In der Regel erfolgt die Herstellung von Hanf-Tinkturen mithilfe von Alkohol, weil die Tinktur dann länger haltbar ist.

  • Verschiedene Utensilien (Backblech und Backpapier, Mörser, geschlossenes Behältnis, z.B. ein Marmeladenglas, dunkle Glasfläschchen mit Pipette, Sieb, Abseihtuch, Kaffeefilter)

Und so stellst du deine Cannabis Tinktur in wenigen Schritten her:

  1. Decarboxylierung

Bevor du mit der eigentlichen Herstellung beginnen kannst, musst du das Hanfpflanzenmaterial noch decarboxylieren. Denn der Hanf enthält Cannabinoidsäuren wie THCA oder CBDA, die mithilfe der Decarboxylierung in aktive Wirkstoffe (THC und CBD) umgewandelt werden. Hierfür wird das Hanfpflanzenmaterial unzerkleinert auf einem Blech für ca. 45 Minuten in den Backofen bei 115 Grad gesteckt. Nach 20 Minuten solltest du einmal umrühren und nach dem Abkühlen kannst du das Material dann zerkleinern, beispielsweise mithilfe eines Mörsers.

Wenn du mehr zum Thema Decarboxylierung wissen möchtest und warum dieser Schritt bei der Verwendung von Hanf so wichtig ist, dann legen wir dir diesen Artikel hier an Herz, wo du alle Infos im Detail findest.

  1. Ansetzen und Abwarten

Nun kannst du das zerkleinerte Pflanzenmaterial in ein Behältnis (z. B. Marmeladenglas) geben. Dann übergießt du es mit de

Zeit

m Alkohol, schließt das Behältnis und schüttelst es kräftig. Jetzt sollte es mindestens 5 Tage durchziehen.

Wenn du eine starke Tinktur bevorzugt, kannst du das Glas auch 10 bis 14 Tage oder länger als zwei Wochen stehen lassen.

Wichtig ist nur, dass es kühl und vor Sonneneinstrahlung geschützt steht. Der Kühlschrank ist zum Beispiel ein guter Platz. Einmal am Tag solltest du das Glas herausnehmen und durchschütteln. An der bräunlichen Färbung des Alkohols ist erkennbar, wie weit die Tinktur ist.

  1. Abseihen und Umfüllen

Sobald deine selbstgemachte Cannabis Tinktur fertig durchgezogen ist, kannst du sie filtern und abfüllen. Für die Filterung macht es sich am besten mehrere Durchgänge durchzuführen, damit das Extrakt am Ende möglichst klar ist. Zuerst siebst du die groben Stoffe mit dem Gießen durch ein Sieb aus. Dann kommen die feineren Partikel des Pflanzenmaterials dran, indem du ein Abseihtuch in das Sieb legst. Zum Schluss kannst du das ganze nochmal durch einen Kaffeefilter gießen.

Im letzten Schritt füllst du deine DIY Hanf Tinktur dann in dunkle Glasfläschchen (Achtung! Das ist wichtig um die Tinktur vor UV-Strahlung zu schützen, die die Cannabinoide angreift!) mit Pipette (Achtung! Das ist für die bessere Dosierbarkeit wichtig!). Und fertig!

Hanf Kleidung

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Die alkoholfreie Alternative – Herstellung einer Hanf Tinktur ohne Alkohol ??

Wenn du aus irgendeinem Grund eine Hanf Tinktur ohne Alkohol herstellen möchtest, geht das natürlich auch. Da die Cannabinoide in der Hanfpflanze fettlöslich sind, kannst du auch Öl (zum Beispiel Hanfsamenöl oder Olivenöl) für die Herstellung deiner Cannabis Tinktur benutzen. Dazu hältst du dich einfach an das oben beschriebene Rezept, ersetzt aber den Alkohol durch das Öl deiner Wahl.

Wichtig zu wissen ist allerdings, dass eine ölige Tinktur im Gegensatz zu einer alkoholischen nur zwei bis drei Wochen haltbar ist. Außerdem sollte die Tinktur immer im Kühlschrank aufbewahrt und einmal pro Tag geschüttelt werden. Damit wird verhindert, dass sich Schimmel bildet.

Alcohol

Cannabis Tinktur fertig? So wendest du das Pflanzenextrakt am besten an!

Für eine Hanf Tinktur gibt es verschiedene Verwendungsmöglichkeiten. Du kannst sie pur innerlich anwenden, indem du einige Tropfen unter deine Zunge gibst. Du kannst sie aber auch mixen und zum Beispiel morgens in dein Müsli oder einen frischen Smoothie geben. Vor allem eine Cannabis Tinktur mit Öl macht sich auch großartig mittags in deinem Salatdressing. Eine äußerliche Anwendung ist aber auch möglich, indem du beispielsweise ein paar Tropfen in deine Hautlotion mischst.

Kleiner Tipp am Rande: Neben der Hanf Tinktur gibt es auch noch andere gute Alternativen zum Rauchen von Hanf. Beliebt sind zum Beispiel auch das Dampfen oder Vapen sowie CBD Öle. Wenn dich das interessiert findest du im Shop von Limucan entsprechende Produkte wie das Limucan CBD Naturell Öl oder CBD Liquid mit vielen weiteren Infos. Auch Hanfbutter ist eine leckere Alternative, für die du hier ein tolles Rezept findest.

Fazit

Ob du deine selbstgemachte Cannabis Tinktur nun mit Alkohol oder Öl herstellst, sie ist auf jeden Fall eine gute Alternative zum Rauchen und lässt sich vielseitig einsetzen. Das Praktische an einer DIY Hanf Tinktur ist auch, dass du selbst bestimmen kannst wie konzentriert sie sein soll und die Anwendung und Dosierung dann ganz auf deine Bedürfnisse abstimmen kannst.

Weil die Herstellung so schön einfach ist und du dafür keine ausgefallenen Zutaten oder Utensilien brauchst finden wir, dass sich das Ausprobieren in jedem Fall lohnt. Und wenn es dir trotzdem zu viel Arbeit ist, gibt es ja immer noch den Limucan Shop!