Wie gehen die Schweizer mit CBD-Produkten um? Was muss man beachten beim Erwerb von CBD-Produkten und welche THC-Grenzwerte gibt es? 

In unserem nachfolgenden Artikel gehen wir auf die Fragen rund um das Thema CBD-Öl in der Schweiz ein.

Wie auch in Deutschland liegen CBD-Produkte bei unseren eidgenössischen Nachbarn im Trend der Zeit

Die Freigabe von CBD vor 2 Jahren verursachte in der Schweiz erst einmal einen Run auf Blüten, Hanfsamen und Co. Jeder sprach vom legalen Gras, CBD-Erzeuger und Ladenbesitzer von Headshops sahen schon das schnelle Geld.

CBD unterliegt, ähnlich wie in Deutschland, nicht dem Betäubungsmittelgesetz, da der prozentuale Anteil von THC (Tetrahydrocannabinol) verschwindend gering ist und das CBD-Öl somit keine psychoaktive Wirkung hat.

Jedoch gilt in der Schweiz, dass Cannabidiol nicht ohne weiteres beworben werden darf oder anderen Produkten beigemischt werden kann.

CBD-Produkte werden in ganz unterschiedlichen Formen angeboten, der psychoaktive THC Wert darf in der Schweiz 1% nicht übersteigen.

Zum Vergleich: In Deutschland dürfen CBD-Produkte nur einen THC-Anteil von 0,2% aufweisen, unsere schweizerischen Nachbarn sind da ein wenig großzügiger. In der Schweiz ist aktuell ein THC-Anteil bis maximal 1% erlaubt.

Auch den Schweizern ist bewusst, dass CBD-Produkte medizinisch äußerst interessant sind. Es gibt hierzu viele internationale und nationale klinische Studien. Bislang steht jedoch die medizinische Zulassung in der Schweiz noch aus.

CBD Öl Schweiz - Rechtslage in der Schweiz

Wie sieht die Rechtslage in der Schweiz aus?

Die rechtliche Regelung, was den Umgang mit CBD-Produkten angeht, ist zurzeit noch im Wandel und in der Diskussion.

Aktuell fällt CBD-Öl in den Bereich der Lifestyle-Produkte und umfasst die Produktkategorien Kosmetika, Gebäck, Müsli, Tees und diverse andere Produkte.

Für Rohstoffe, die CBD enthalten und somit nicht eindeutig einzustufen sind und deren Zweck nicht bestimmt werden kann, gelten unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen

  • Blüten von CBD-reichen Pflanzen:

Legal können Blüten beispielsweise auf dem Wochenmarkt verkauft werden, wenn sie nachweislich einen THC-Gehalt von unter einem Prozent aufweisen. Das Betäubungsmittelgesetz ist hier nicht relevant. Blüten werden in dieser Art als Tabakersatzstoffe eingestuft.

Wichtig : Als Tabakersatzstoffe unterliegen sie der Tabaksteuer.

Leider kann man durch reine visuelle Überprüfung von Blütenmaterial nicht erkennen, ob der THC-Gehalt unter 1 Prozent liegt. Shop-Betreiber und Verkäufer von Blüten müssen damit rechnen, dass die Blüten konfisziert werden und nach erfolgter Prüfung zurückgegeben werden.

 

  • CBD-Produkte als Monopräparate

Diese Produkte sind durch das Arzneimittelzulassungsgesetz in der Schweiz nicht zugelassen. CBD, CBD-Öl oder andere CBD-haltigen Produkte sind daher nicht als Medikamente zu bezeichnen. Monopräparate können weder vertrieben noch beworben werden. Der Einsatz von Cannabidiol in Formula Arzneimitteln und Magistralrezepturen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht erlaubt.

 

  • CBD als Bestandteil von Medikamenten

Dies ist nur möglich mit einer speziellen Indikation. Außerhalb einer Indikation  muss eine Bewilligung des Bundesamts für Gesundheit erteilt werden.

 

cbd öl schweiz

Wo kann man in der Schweiz CBD-Produkte kaufen?

Hanfblüten werden in der Schweiz als Rohstoff b.z.w. als Tabakersatz verkauft. Als Tabakersatz müssen sie, wie eingangs erwähnt, versteuert werden. Sie erhalten auch gleiche Warnhinweise wie Zigaretten.

CBD-Produkte, wie CBD-Öl, werden nicht als Tabak besteuert, da sie eindeutig nicht zum Rauchen gedacht sind. Zu diesen Produkten gehören auch Hanfsorten mit einem hohen Blattanteil und Teemischungen mit Hanfblättern.

Um Stecklinge der Hanfpflanze oder CBD als Rohware, Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel oder auch als CBD-Öl zu kaufen, muss man in der Schweiz nachweisen, dass man über 18 Jahre alt ist.

Ein Altersnachweis in Deutschland ist im Gegensatz dazu nicht erforderlich.

In der Schweiz werden CBD-Produkte mittlerweile an vielen Orten angeboten. Man findet sie in Hanfshops, Kiosken, Drugstores, Headshops und sogar an Tankstellen.

In Apotheken kann man CBD Produkte, anders als in Deutschland, bislang nicht erwerben.

Wie auch in Deutschland gibt es zahlreiche Online-Shops, wo der CBD-Öl Nutzer legal CBD-Produkte kaufen kann. Zumeist werden CBD-Öle mit unterschiedlichen, prozentualen Konzentrationen angeboten. Empfehlenswert ist es sicherlich auf Qualitätsmerkmale wie eine Bio-Zertifizierung zu achten.

Ist in der Schweiz das Autofahren bei Gebrauch von CBD-Öl zulässig?

In der Schweiz gilt die Nulltoleranz-Grenze im Straßenverkehr. Da auch legale Hanfprodukte geringe Spuren von THC aufweisen können, kann es zu Problemen bei einer Polizeikontrolle kommen. Messtechnisch besteht die Möglichkeit, dass nach dem Konsum von Hanf Zigaretten oder anderen CBD-Produkten ein minimaler THC-Wert festgestellt wird. Der Konsument gilt dann als fahrunfähig und darf kein Fahrzeug führen.

In Deutschland ist die Handhabung eine andere. Wenn einmalig oder auch über einen längeren Zeitraum CBD-Öl konsumiert wird, spielt das keine Rolle. Unabhängig davon, in welcher Dosierung oder mit welchem Prozentsatz das CBD-Öl konsumiert wurde. Nach deutscher Sicht haben CBD-Öle keine nachweislichen Nebenwirkungen auf den Organismus und beeinträchtigen somit auch nicht das Verhalten im Straßenverkehr. Das mag grundsätzlich daran liegen, dass der THC-Gehalt in Deutschland unter 0,2% bei CBD-Produkten liegen darf.

CBD Öl Schweiz mit einem Hanf Blatt

Darf ich in der Schweiz Hanf anbauen?

In der Schweiz ist der private Anbau von Hanfpflanzen zulässig und ist nicht genehmigungspflichtig.

Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass eine Sorte angebaut wird, deren THC-Wert kleiner als 1 Prozent ist. Also im Klartext, es darf keine Sorte angebaut werden, die berauschende Wirkung hat.

Diese legal angebauten Hanfblüten/Cannabisblüten dürfen dann z.B. auf dem Wochenmarkt neben Bananen und Äpfel legal verkauft werden.

Wer jedoch Hanfpflanzen anbauen möchte, die einen THC-Gehalt von 1% übersteigen, kann eine Ausnahmebewilligung beantragen. Die Voraussetzungen hierfür sind jedoch, dass der Anbau für eine beschränkte medizinische Anwendung, zu wissenschaftlichen Forschungszwecken oder zur Arzneimittelentwicklung dient.

Ist der Anbau von „Nutzhanf“ in Deutschland legal?

Nein. Privatpersonen, die keinen Bezug zur Landwirtschaft haben, weder als Beruf noch als Selbständige, dürfen in Deutschland keinen Nutzhanf anbauen. Diese gesetzliche Bestimmung ist unabhängig davon, ob der THC Gehalt unter 0,2% liegt oder ob die Pflanze männlich oder weiblich ist.

Unsinnigerweise stellt somit jeder Anbau einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz dar und es wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

CBD Öl Schweiz - Nutzhanf in Deutschlang legal / illegal?

Wie sieht es mit dem Verkauf von CBD-Blüten in der Schweiz aus?

Wie bereits beschrieben, können Blüten von CBD-reichen Pflanzen ohne weiteres auf dem Wochenmarkt verkauft werden. In den Handel dürfen aber nur Blüten kommen, die nachweislich einen THC Gehalt von unter einem Prozent haben. Da der Nachweis durch reine visuelle Sichtung kaum zu erbringen ist, müssen Verkäufer von CBD-Blüten damit rechnen, dass die Blüten bei einer Kontrolle eingezogen werden. Hanfblüten werden in der Schweiz als Rohstoff bzw. als Tabakersatz verkauft. Als Tabakersatz müssen sie dann versteuert werden. Sie erhalten auch gleiche Warnhinweise wie Zigaretten.

Sind CBD-Blüten dann auch in Deutschland legal?

Sie sind nicht legal, werden aber bislang weitestgehend geduldet.

In der Vergangenheit haben mehrere Shop-Anbieter erleben müssen, dass ihre Teemischungen aus Hanfblüten beschlagnahmt wurden. Und nicht wie man meinen sollte, von der Polizei. Nein, die Beschlagnahmung erfolgte auf Weisung der Bundesopiumstelle mit der Begründung, dass ein Missbrauch nicht ausgeschlossen sei und nur an gewerbliche Kunden vertrieben werden darf.

Auch bei Juristen, die sich mit dem Thema CBD auseinandersetzen, herrscht Uneinigkeit, unter welchen Begrifflichkeiten Hanfblütentee nun legal oder illegal ist. Eine vollkommene Rechtssicherheit besteht leider nicht.

CBD Öl Schweiz - Hanfblüten in Deutschland legal

Sind CBD Produkte für sog. E-Liquids in der Schweiz erlaubt?

Nein, im Gegensatz zu Deutschland, ist der Gebrauch von sog. CBD-haltigen Liquids für E-Zigaretten grundsätzlich verboten.

In Deutschland kann ich aber E-Liquid mit CBD kaufen?

Um zu klären, ob CBD E-Liquids legal sind, muss man wiederum den prozentualen THC-Anteil berücksichtigen.

CBD E-Liquids mit einem THC-Gehalt unter 0,2% sind frei verkäuflich. Da CBD mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,2% nicht psychoaktiv ist und zudem als Nahrungsergänzungsmittel gelistet ist, steht es jedem frei, CBD E-Liquids legal als Nahrungsergänzungsmittel zu erwerben. Empfehlenswert ist hier das CBD Liquid von Limucan. Es zeichnet sich durch eine hohe Bioverfügbarkeit aus, ist frei von Nikotin. Die Qualität ist top und laborgeprüft. Es gibt verschiedene Geschmacksrichtungen. Das CBD Liquid ist mit einem CBD Gehalt von 2,5% bis 10% erhältlich.

Cannabis in der Schweiz – der Hype um das grüne Gold

Nachdem jahrelang die Cannabis-Branche in der Schweiz einen regelrechten Rausch erfahren hat, ist der große Boom nunmehr vorbei. Die Goldgräberstimmung der letzten zwei Jahre ist verflogen. Regelmäßig gehen Produzenten und Händler bankrott, denn der Markt ist gesättigt, überschaubar und die Margen sind klein.

Das liegt u.a. daran, dass CBD-Hanf als Tabakersatz mit 25% des Verkaufspreises besteuert wird. Dabei ist die Mehrwertsteuer noch nicht berücksichtigt.

Der schwierige Markt in der Schweiz fordert seinen Tribut. Der Konkurrenzkampf hat zugenommen und es wird mit allen Mitteln gekämpft. Produzenten erzählen von Einbrüchen und Sabotagen in ihren Anlagen.

Wird der Cannabis-Markt im Medizinbereich legalisiert, wird es zahlreiche neue lukrative Kooperationen geben. Die Unternehmen, die sich bereits heute mit dem Hanf-Anbau beschäftigen und dort investieren, werden ihre Nasen weiter vorne haben.