Das Europäische Parlament stimmte jetzt über eine Entschließung ab, die zur Förderung von medizinischem Cannabis in den Ländern der Europäischen Union beitragen würde. Die Resolution ist zwar unverbindlich, soll jedoch Anreize für die europäischen Nationen schaffen, den Zugang zu medizinischem Cannabis zu verbessern.

Im Rahmen der angenommenen Entschließung forderten die Abgeordneten die nationalen Behörden sowie die Kommission auf, zwischen Cannabismedikamenten und anderen Anwendungen von Cannabis zu unterscheiden. Weiter heißt es, dass der wissenschaftlichen Forschung und den klinischen Studien Priorität eingeräumt werden sollte.

Die Mitgliedstaaten und die Kommission sollen die „regulatorischen, finanziellen und kulturellen Hindernisse beseitigen“, vor denen die Forschung stehe. Wichtig sei zudem, dass medizinisches Personal besser über Cannabis für medizinische Zwecke informiert werde. Auch die Finanzierung von Forschungen müsse gesichert sein.

Darüber hinaus sollten die Forschungsarbeiten in der Europäischen Union ausgeweitet werden. Auch Projekte, bei denen es um Medizinalcannabis geht, müssen zudem eine entsprechende Förderung erhalten.

Ärzte sollen nach eigenem Ermessen Medizinalcannabis verschreiben

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments fordern die Mitgliedsstaaten weiter auf, es den Ärzten zu überlassen, nach eigenem Ermessen Cannabis als Medizin zu verordnen. Denn die Abgeordneten sind der Ansicht, dass Belege für die Wirksamkeit von Medizinalcannabis existieren. Insbesondere könne Cannabis bei HIV-/AIDS-Patienten den Appetit anregen und damit eine Gewichtsabnahme reduzieren. Außerdem könne Cannabis verschiedene Beschwerden, die im Rahmen von vielen Erkrankungen wie Epilepsie, Morbus Crohn, Alzheimer, Arthritis und Krebs auftreten, lindern.

Des Weiteren forderten die Abgeordneten, dass die Kosten für Medizinalcannabis von den Krankenversicherungen genauso übernommen werden, wie dies auch bei anderen wirksamen Medikamenten der Fall sei. Hierzu heißt es:

„Das Parlament betont, dass sich eine Regulierung für Arzneimittel auf Cannabis-Basis in zusätzlichen Ressourcen für die Gebietskörperschaften niederschlagen würden und sich mit ihr der Schwarzmarkt eindämmen und die Qualität und eine korrekte Kennzeichnung sicherstellen ließe. Zudem würde sich der Zugang Minderjähriger zu diesem Stoff beschränken lassen.“

Kritik an der Entschließung

Gerade der letzte Satz des Zitates hat bei einigen Medizinalcannabis-Experten für Erstaunen gesorgt, denn hier stellt sich die Frage, was Cannabis für medizinische Zwecke mit Minderjährigen zu tun hat, die Cannabis für Freizeitzwecke nutzen.

Des Weiteren wird moniert, dass sich die Empfehlungen des Europäischen Parlaments lediglich auf zugelassene Cannabis-Fertigpräparate beziehen, deren Wirksamkeit in klinischen Studien nachweisbar waren. Medizinische Cannabisblüten oder auch die ölhaltige Lösung Dronabinol würden nicht hierunter fallen. Und so fragen sich die Experten natürlich, ob Cannabisblüten und Öle nicht als Medizin anerkannt werden, und das, obwohl die Kosten für die Cannabis-Fertigpräparate um ein Vielfaches höher sind als für Cannabisblüten oder Öl.

Quellen:

http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20190207IPR25221/nutzung-von-arzneimitteln-auf-cannabis-basis-fordern

https://www.forbes.com/sites/javierhasse/2019/02/13/european-parliament-passes-cannabis-resolution-joins-who-in-supporting-medical-marijuana/#6f32a9cdfd5b