Fehler beim Kochen mit medizinischem Cannabis

Wenn Du mit medizinischem Cannabis kochen möchtest, gibt es einige wichtige Dinge, die Du beachten solltest. Besonders wichtig ist, dass die Cannabinoide wie Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD) zunächst „aktiviert“ werden müssen. Denn in der Cannabispflanze liegen die Cannabinoide vorwiegend in sauren Formen (z. B. THCA, CBDA) vor. Deshalb müssen die Kohlendioxid-Moleküle von der Säure abgespalten werden. Dieser Prozess nennt sich Decarboxylierung. Lege hierzu das zerkleinerte medizinische Cannabis auf ein Backblech und schiebe dieses für etwa eine Stunde bei 120 Grad Celsius in den Backofen.

Wenn Du Cannabutter zubereiten möchtest, ist es wichtig, mit einer konstanten Temperatur zu arbeiten. Idealerweise verwendest Du hierfür einen Schongarer. Vorher sollte jedoch das Pflanzenmaterial zur Decarboxylierung in den Backofen gehen. Danach kann dieses zum Fett hinzugefügt werden.

Auswahl der richtigen Temperatur

Grundsätzlich ist das Extraktionsverfahren zeit- und temperaturintensiv. Wenn Du das Pflanzenmaterial bei 120 Grad Celsius im Backofen erhitzt, solltest Du dieses alle zehn Minuten durchmischen.

Beim Lösen von Cannabinoiden in Butter oder Öl, wähle am besten eine Temperatur zwischen 160 und 200 Grad Celsius. Am besten misst Du die Temperatur regelmäßig mit einem Thermometer. Das Ganze muss dann etwa drei Stunden köcheln.

Cannabis richtig zerkleinern

Damit die Cannabis-Esswaren später keinen grasartigen Geschmack erhalten, ist es wichtig, die medizinischen Cannabisblüten und/oder -blätter richtig zu zerkleinern. Herkömmliche Küchenmaschinen oder Kaffeemühlen sind hierfür nicht geeignet. Idealerweise benutzt einen Grinder, damit die Blüten und Blätter die richtige Konsistenz erhalten. Alternativ kannst Du das medizinische Cannabis natürlich auch mit der Hand zerkleinern.

Auswahl der Cannabissorte

Es muss nicht immer teuer sein! Selbst mit günstigem medizinischen Cannabis kannst Du schon gute Ergebnisse beim Kochen erzielen. In den USA nutzen die kommerziellen Küchen auch gemischte Cannabissorten. Zudem ist es auch nicht unbedingt notwendig, Cannabisblüten und -blätter zu verwenden. Auch aus Cannabisresten und Stängeln kannst Du Cannabinoide extrahieren.

Medizinisches Cannabis in Butter oder Öl lösen

Auf die Zugabe von Wasser solltest Du nicht verzichten, denn damit kannst Du die Cannabinoide in Fett bei einer niedrigen Temperatur sehr gut lösen. Dabei spielt die Wassermenge keine Rolle. Am besten verwendest Du genauso viel Wasser wie Butter oder Öl. Beim Kochen wird das Wasser verdampfen. Beim Endprodukt wirst Du dann feststellen, dass dieses nicht so grün ist.

Beim Abgießen des Öls solltest Du sehr vorsichtig sein. Nutze hierfür am besten ein Käsetuch, sodass nur das Öl hindurchgelangt. Wenn Du das restliche Öl auspresst, kann es passieren, dass auch unerwünschtes Pflanzenmaterial durchgedrückt wird.

Stärke des Extraktes

Wenn Du neue Cannabis-Rezepte ausprobierst, solltest Du unbedingt vorsichtig sein. Teste zunächst eine sehr kleine Portion und beobachte etwa eine Stunde lang, wie stark sich die Wirkung entfaltet. Dies hilft Dir dabei, Deine Cannabis-Esswaren besser zu dosieren.

Kochen mit Konzentraten

Das Kochen mit Konzentraten („Kief“) ist ebenfalls möglich. Aufgrund der feinen Textur lösen sich die Konzentrate direkt in Fetten oder anderen Flüssigkeiten auf. Meist ist noch nicht einmal Temperatur dafür notwendig. Wenn Du Haschisch verwendest und dieses sehr trocken ist, solltest Du es zunächst zerkleinern. Handelt es sich um eine klebrige Sorte, erwärme das Material bis zum Schmelzpunkt.