Hanf als Rohstoff für Mode

Hanf ist eine der ältesten Nutzpflanzen unseres Planeten. Sie findet in verschiedenen unabhängigen Kulturen rund um den Globus für ganz unterschiedliche Zwecke Verwendung. Zwar wird das meterhohe Gewächs aufgrund seines Verwendungszwecks vielerorts noch kriminalisiert, dennoch nimmt seit Beginn der 90er Jahre der landwirtschaftliche Anbau kontinuierlich zu. Der Grund ist die Vielfältigkeit der Nutzpflanze, die aktuell in verschiedenen Branchen, besonders der Textilindustrie, genutzt wird.

Die Wiedererkennung der Qualitäten der Hanfpflanze

Hanf findet in der chinesischen Medizin seit mehr als 5.000 Jahren Verwendung. Aus den Fasern der Pflanze stellten Menschen aber bereits vor mehr als 12.000 Jahren Papier, Kleidung und andere Utensilien her. Das robuste Naturprodukt war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts eines der wichtigsten Rohstoffe der Textilindustrie, bis Baumwolle dem Hanf den Rang abschlug. Hanf soll aber nicht nur ein Material der Vergangenheit sein, sondern wird aktuell in verschiedenen Bereichen verwendet und soll in Zukunft wieder an mehr Aufmerksamkeit in der Modebranche gewinnen.

Hanf als nachhaltiger Rohstoff

Es waren die billigeren Importkosten von Baumwolle, die dem Hanf damals seinen Rang streitig machten. Als diese aber anstiegen, wurde die Hanfpflanze für die Hersteller wieder interessant. Zudem hat Hanf im Gegensatz zu den üblicherweise verwendeten Textilen weitreichende ökologische Vorteile. Die Pflanze wächst nahezu an jedem Ort der Erde, wodurch Importkosten zum großen Teil wegfallen. Hanf wächst im Schnitt vier Meter hoch, ist somit deutlich ergiebiger und leichter zu ernten, als beispielsweise Baumwolle. Die Höhe sowie das dichte Blätterwerk haben den positiven Nebeneffekt, dass Unkraut nicht entstehen kann und kein Herbizid genutzt werden muss. Fungizide müssen ebenfalls nicht versprüht werden, da Hanf sehr resistent gegen Pilzbefall ist.

Die positiven Eigenschaften von Hanf

Die Pflanze fühlt sich auf jedem Kontinent wohl, wächst schnell und der Anbau ist ressourcenschonend. Sie wird komplett verwertet, wobei chemische Schutzmittel nicht notwendig sind. Von diesen Qualitäten profitieren natürlich auch die Textilhersteller. Zudem ähnelt die Struktur von Hanffasern der von Baumwolle, die beide zum großen Teil aus Zellulose und Hemizellulose bestehen. Allerdings hat Hanf den großen Vorteil, dass dessen Fasern länger und flexibler sind, sowie einen hohen natürlichen Glanz aufweisen. Das macht Hanf in der Mode zu dem Allrounder, denn es können sanfte, weiche oder grobe Stoffe aus dem Pflanzenmaterial gefertigt werden.

Die perfekte Hautverträglichkeit

Kleider, Taschen oder andere modische Accessoires aus Hanf sind widerstandsfähig und länger haltbar, dennoch bleibt der Stoff jederzeit, auch bei hoher Feuchtigkeit, flexibel und robust. Die elastischen Eigenschaften der Hanffasern machen auch die Produktion einfacher und nachhaltiger, da ein geringerer Anteil an chemischen Zusatz- und Bindestoffen verwendet wird.

Hanf überzeugt in der Mode aber vor allem aufgrund seiner hautverträglichen Eigenschaften. Das liegt daran, dass der Anbau sowie die Produktion ohne chemische Mittel funktioniert und die Fasern die gleiche mikroelektronische Spannung aufweisen, wie unsere Haut. Die Hanffasern verfügen außerdem über antimikrobielle Eigenschaften, sodass sich unangenehmer Geruch kaum bildet. Das hat den ökologischen/ökonomischen Nebeneffekt das die Kleidungsstücke nicht so oft gewaschen werden müssen.

Hanf punktet durch Vielseitigkeit, Strapazierfähigkeit sowie der Hautverträglichkeit und ist zudem ein nachhaltiger Rohstoff für die Zukunft.