Hand aufs Herz, wo kaufst du deine Klamotten so ein? Wenn wir mal ehrlich sind, kommt wahrscheinlich keiner von uns um die Ketten der Moderiesen herum. Und vielleicht hast du genauso wie wir dann manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn der nächste Skandal über die Arbeitsbedingungen in den asiatischen Herstellerländern in den Medien die Runde macht. Mal abgesehen von den Friday’s for Future Demos, die auch noch den Umweltaspekt ins Spiel bringen.

Und wenn man das nächste Mal ein T-Shirt kauft, landet man doch wieder im Kaufhaus um die Ecke, obwohl das schlechte Gewissen ein bisschen knabbert. Meistens weil uns auch irgendwie der Überblick fehlt, wie wir denn eigentlich was ändern können. Das Schlagwort an dieser Stelle ist: Fair Fashion statt Fast Fashion. Also Mode, die ethisch und ökologisch „korrekt“ hergestellt wird, zum Beispiel aus Naturfasern. Und hier kommt Hanf ins Spiel.

Geht es dir auch so, dass du manchmal noch innerlich die Augen verdrehst, wenn du an Kleidung aus Hanf denkst? Dabei haben die nachhaltig produzierten Klamotten das Hippie-Öko-Image der 90er längst hinter sich gelassen und wir sogar von großen Modemarken mehr und mehr eingesetzt. Viele kleine Label und Start-ups haben sich sogar ganz auf Hanfkleidung spezialisiert.

Hört sich schon besser an? Dann lies weiter und erfahre, warum Hanf in die Mode gehört und was die Naturfaser so alles kann:

Kleidung aus Hanf – wie alles begann

Hanf hat als Rohstoff für Mode eine lange Geschichte hinter sich, auch wenn uns das heute gar nicht mehr so bewusst ist. Hanf ist eine der ältesten Nutzpflanzen unseres Planeten und wurde in verschiedenen Kulturen rund um den Globus ganz unabhängig voneinander verwendet. Aus den Fasern der Pflanze stellten Menschen bereits vor mehr als 12.000 Jahren Papier, Kleidung und andere Utensilien her.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war das robuste Naturprodukt einer der wichtigsten Rohstoffe der Textilindustrie, bis Baumwolle Hanf den Platz auf dem Treppchen streitig machte. Dann war der Anbau von Hanf lange Zeit fast überall auf der Welt verboten. Das meterhohe Gewächs hat wegen seines „anderen“ Verwendungszwecks immer noch um seinen Ruf zu kämpfen. Dennoch nimmt seit Beginn der 90er Jahre der landwirtschaftliche Anbau kontinuierlich zu.

Der Grund ist die Vielfältigkeit der Nutzpflanze, die aktuell in verschiedenen Branchen ein Revival erlebt. Besonders in der Textilindustrie ist Hanf definitiv kein Material der Vergangenheit, sondern gewinnt immer mehr Aufmerksamkeit in der internationalen Modebranche. Und das aus gutem Grund!

Hanf Kleidung

Deswegen gehört viel mehr Hanf in deinen Kleiderschrank 👗👖👔👕

In Sachen Hanf gibt es keine Ausreden mehr, denn von der Unterwäsche über den Hoodie bis zu Outdoor-Jacken und Hüten ist mittlerweile so ziemlich jedes Kleidungsstück auch aus Hanf erhältlich. Du siehst damit also nicht nur gut aus, sondern tust auch deinem Körper und der Umwelt etwas Gutes. Hier sind die Top 5 Gründe, warum Hanf in deinen Kleiderschrank gehört:

 

1. Kleidung aus Hanf hält lange und schützt dich vor UV-Strahlung. 🌞

Kleider, Taschen oder andere modische Accessoires aus Hanf sind widerstandsfähig und länger haltbar. Das besondere an Hanf ist, dass seine Fasern besonders lang sind und dicht sind. Schaut man sich verschiedene Stoffe unter dem Mikroskop an, hat Baumwolle zum Beispiel viel lockerere und kürzere Fasern. Das hat in Bezug auf Kleidung aus Hanf gleich mehrere Vorteile.

Zum einen ist der Stoff dadurch viel unempfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen als andere Materialien. Das ist zum Beispiel für Outdoor-Kleidung echt praktisch. Ärgerlich ist es auch, wenn das Lieblingsshirt langsam durchscheinend wird oder auspillt. Das passiert mit Stoff aus Hanf kaum. Dadurch hast du viel länger Spaß an deinen Sachen aus Hanf.

Gleichzeitig ist das Gewebe durch die Faserstruktur besonders dicht. Und je dichter ein Gewebe, desto besser schützt es vor UV-Strahlung. Das kann bei einem hellen Sommerhemd viel ausmachen, gerade wenn du empfindliche Haut hast. Aber generell ist es für uns alle wichtig, uns vor zu viel UV-Strahlung zu schützen, um oxidativen Stress in unseren Zellen zu vermeiden. Mehr dazu findest du in diesem Artikel hier.  

Hanf Kleidung

2. Hanf Kleidung kannst du bei Kälte und bei Hitze tragen.

Bestimmt hast du auch Sommer- und Winterklamotten, oder? So gesehen musst du dir damit eine doppelte Garderobe anschaffen, weil die einen kühlen, während die anderen wärmen. Wenn du auf Hanf Kleidung umsteigst, brauchst du das nicht mehr! Das Gewebe hat die besondere Eigenschaft zu isolieren, dabei aber sehr atmungsaktiv zu sein. Und wenn du schwitzt, nimmt Hanftextil etwa ein Drittel der Hautfeuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen. Der Stoff bleibt auch bei hoher Feuchtigkeit flexibel und robust.

 

3. Klamotten aus Hanf sind antimikrobiell.

Auch wenn du es vielleicht nicht so gerne hörst, aber schwitzen ist gut und wichtig. Über den Schweiß regulieren wir unsere Körpertemperatur, was evolutionstechnisch gesehen ein echter Vorteil ist! Die Kehrseite ist natürlich, dass unsere Hautbakterien den Schweiß zersetzen und dadurch ein unangenehmer Geruch entsteht. Wie dir Hanf da helfen kann?

Hanffasern verfügen über antimikrobielle Eigenschaften, sodass sich unangenehmer Geruch kaum bildet. Das hat außerdem einen ökologischen Nebeneffekt, der auch gut für deinen Geldbeutel ist. Denn Kleidungsstücke aus Hanf müssen nicht so oft gewaschen werden.

 

4. Hanf Kleidung hat eine sehr gute Hautverträglichkeit. 

Bestimmt hast du auch schon mal die Erfahrung gemacht, dass Kleidung aus Kunstfasern echt fies für die Haut sein kann. Egal ob du besonders empfindlich bist oder nicht, Jucken und rote Hautstellen sind wirklich unangenehm. Hanf hingegen überzeugt durch eine sehr gute Hautverträglichkeit. Das liegt daran, dass der Anbau sowie die Produktion ohne chemische Mittel funktioniert und die Fasern die gleiche mikroelektronische Spannung aufweisen, wie unsere Haut.

Hanf Kleidung

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5. Kleidung aus Hanf ist echt gut für die Umwelt.

Und damit kommen wir auch schon zum letzten und für viele bestimmt wichtigsten Vorteil: Hanf ist richtig gut für die Umwelt! Und das in mehr als einer Hinsicht. Zum ersten wächst die Pflanze an nahezu jedem Ort der Erde. Dadurch kann sie regional angebaut werden und es fallen keine langen Transportwege an, die CO2-Emissionen verursachen würden.

Weiterhin ist wächst Hanf ca. vier Meter hoch und je dichter er gepflanzt wird, desto dünner seine Halme und desto feiner die Faser. Das ist besonders für feine Stoffe wichtig und macht Hanf als Textilrohstoff viel ergiebiger als Baumwolle. Gleichzeitig wächst er schnell nach und braucht viel weniger Wasser. Willst du zum Beispiel 1 kg Baumwolle produzieren, brauchst du fast 10 Liter Wasser. Für die gleiche Menge Hanf braucht es nur etwa 2 Liter.

Die Höhe der Pflanze und das dichte Blätterwerk haben den positiven Nebeneffekt, dass Unkraut nicht entstehen kann und kein Herbizid genutzt werden muss. Fungizide müssen ebenfalls nicht versprüht werden, da Hanf sehr resistent gegen Pilzbefall ist. Und auch in der Weiterverarbeitung sind kaum chemische Zusatz- und Bindestoffe notwendig, weil die Hanffasern von Natur aus elastisch sind.

Das letzte Argument: Hanf wird komplett verwertet. Kaum zu glauben aber wahr, man kann wirklich alle oberirdischen Teile der Nutzhanf-Pflanze komplett weiterverarbeiten.

Übrigens: Zum Thema Nutzhanf haben wir euch ein eigenes Special geschrieben, das du dir hier durchlesen kannst.

Die kratzige Seite der Hanfkleidung oder worauf du beim Kauf achten solltest 💶

Klingt bis jetzt alles fast zu gut, um wahr zu sein und du fragst dich schon, warum nicht mehr Hanfkleidung in alles großen Modeketten zu finden ist? Naja, das fragen wir uns natürlich auch! Aber wir wollen auch ehrlich mit dir sein und dir die Nachteile von Kleidung aus Hanf nicht verschweigen. Es sind nicht viele, aber auf ein paar Punkte solltest du beim Kauf achten, damit du dich nicht – wortwörtlich – in die Nesseln setzt.

Hanfkleidung war zugegebenermaßen lange nicht besonders beliebt, weil sie ziemlich kratzig sein konnte. Das hat sich mittlerweile geändert, weil der Nutzhanf für Textilien heutzutage anders angebaut wird, die Fasern besser sind und sich auch die Verarbeitungsprozesse weiterentwickelt haben. Trotzdem geht probieren über studieren und Probetragen kann nicht schaden. Auch wenn sich Stoff aus Hanf am Anfang etwas steifer als Baumwollstoff anfühlt, wird er beim Tragen weicher.

Unser Tipp: Kauf dir einfach mal ein Teil und schau, wie du damit zurechtkommst. Wenn du dann überzeugt bist, kannst du immer noch mehr kaufen.

Der zweite Nachteil ist, dass Nutzhanf der für Textilien geeignet ist, in Europa immer noch nicht flächendeckend genug angebaut wird, um die Nachfrage komplett zu decken. Deswegen importieren viele Labels ihren Hanf aus China. Das muss nicht zwingend schlimm sein, wenn sie trotzdem gute Arbeitsbedingungen und einen ökologischen Anbau garantieren können. Die Frage ist nur, können sie das? Sichergehen kannst du, wenn du beim Einkauf auf bestimmte Siegel für Naturfasern achtest, wie zum Beispiel „Naturtextil“ oder „Global Organic Textile Standard“. Bleibt aber immer noch der Punkt Transportwege und CO2-Ausstoß…

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Bye bye Fast Fashion – noch ein paar Tipps für mehr Fairness in der Mode 👗

Um nachhaltig etwas für mehr Nachhaltigkeit und Fairness in der Mode zu tun, ist der Umstieg auf Kleidung aus Naturfasern wie Hanf auf jeden Fall ein guter Schritt. Aber es ist auch nicht der einzige, den du tun kannst. Zum Schluss haben wir deswegen noch ein paar Tipps für dich, wie du gut aussehen und trotzdem was für die Umwelt und bessere Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern tun kannst:

  •       Das erste Gebot: Nicht aus Langeweile shoppen! Kauf nur, was du auch wirklich brauchst. Mach dir eine Liste, wenn du shoppen gehst und kauf lieber etwas weniger, dafür aber nachhaltig produzierte und langlebige Mode.

 

  •       Trage alles was du hast, möglichst lange. Nur weil du beim Fast-Fashion-Zirkus nicht mehr mitspielen willst, heißt das nicht, jetzt alles zu entsorgen. Damit würdest du der Umwelt eher schaden als irgendetwas Gutes zu bewirken. Trage lieber alle vorhandenen Teile solange du kannst und gib sie dann zum Beispiel in ein Textil-Recyclingprogramm.

 

  •       Alles was du nicht mehr willst – verkaufen, spenden oder swappen! Ob Altkleidersammlung, Caritas, Kleiderkreisel oder Ebay, was du nicht mehr magst gib lieber weiter, damit andere daran noch Freude haben können. Und statt neukaufen greif lieber zu Secondhand. Swapping-Parties für Klamotten gibt es mittlerweile auch in alles großen Städten, hier kannst du einfach ein Teil gegen ein neues tauschen.

 

  •       Lege dir einen guten Mix aus langlebigen Basics und modischen Lieblingsteilen zu. Die Trends ändern sich so schnell, dass du ständig deinen Kleiderschrank komplett neukaufen müsstest, um immer auf dem laufenden zu sein. Deswegen renne nicht jedem Trend hinterher, sondern setze gezielt auf einzelne Statement-Teile, die du mit guten Basics kombinierst.

 

  •       Kenn dich aus! Lies dir Wissen über Materialien und Textilsiegel an, damit du genau weißt, was es mit den Etiketten und Zusammensetzung der Textilien auf sich hat. Dann kannst du viel zielgerichteter einkaufen und weißt, was wirklich gut für den Planeten ist und wo sich eine Mogelpackung versteckt.

Hanf Kleidung - Fashion

Hanf Kleidung – ein praktischer Allrounder ohne schlechtes Gewissen

Unser Fazit in Sachen Hanf Kleidung? Hanf punktet durch Vielseitigkeit, Strapazierfähigkeit und eine gute Hautverträglichkeit. Zudem ist er ein nachhaltiger Rohstoff mit Zukunft und bekommt im Fach „Ökobilanz“ eine Eins mit Sternchen. Also – shoppe doch beim nächsten Einkauf für den Anfang mal ein T-Shirt aus Hanf. Ganz ohne schlechtes Gewissen, dafür mit viel Tragekomfort!