Hanf ist ein absolutes Allround-Talent und lässt sich vielseitig einsetzen, so beispielsweise in der Bau- und Textilbranche. Doch viele deutsche Landwirte zögern und scheuen sich davor, mit dem Hanfanbau zu beginnen. Hierzu gehören auch die Landwirte in Brandenburg.

Aus Hanf und seinen einzelnen Pflanzenbestandteilen wie Blättern, Blüten, Samen und Fasern lassen sich die unterschiedlichsten Produkte herstellen, wie zum Beispiel:

  • Seile
  • Papier
  • Speiseöl
  • ätherische Öle
  • Kleidung
  • Dämmmaterialien

„Es gibt fast kein Produkt, das man nicht aus Hanf herstellen kann. Hanf kann ein Ersatz für Holzbaustoffe sein, Verbundbaustoffe, Textilien, Papier – es gibt inzwischen sogar einen Schnaps aus der Hanfwurzel“, führte Andrew Förster vom Landschaftspflegeverband Prignitz-Ruppiner Land einem Medienbericht zufolge aus.

Hanf – eine vielseitig einsetzbare Pflanze

In dem Medienbericht heißt es weiter, dass rund 12 000 Produkte aus Hanf herstellbar sind. Insbesondere die Baubranche profitiere von diesem natürlichen Rohstoff. Denn schließlich lassen sich aus Hanf auch Dämmmaterialien produzieren, die dann beispielsweise das Dach eines Gebäudes isolieren können.

Hermann Hansen von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe ist ebenfalls von der Hanfpflanze begeistert.

„Sie wächst gut hier in der Region. Sie bereichert die Fruchtfolge und kann damit enge Getreidefruchtfolgen auflockern und natürlich viele Produkte und Rohstoffe liefern“, erklärte Hansen.

Darüber hinaus erklärte der Rohstoffexperte, dass die Körner als Nahrungsprodukte dienen können und dass es sich beim Hanf um eine „gute und sinnvolle Pflanze“ handele. Zudem würde es ihn freuen, wenn mehr Hanf angebaut wird.

Probleme beim Hanfanbau

Hanf wird in Brandenburg in den Landkreisen Teltow-Fläming sowie Ostprignitz-Ruppin angebaut. Allerdings sind die dortigen Anbauflächen sehr klein, sodass die Ernte ebenfalls gering ausfällt. Dabei ist der Hanfanbau im Grunde unproblematisch, denn die Hanfpflanze benötigt kaum Düngung und sie wächst auch gut auf sandigen Böden. Es stellt sich also die Frage, warum die Landwirte sich vor dem Hanfanbau scheuen.

Andrew Förster vom Landschaftspflegeverband Prignitz-Ruppiner Land erklärte, dass die erste große Hürde sei, dass der Hanf bzw. Nutzhanf im Betäubungsmittelgesetz aufgeführt sei.

„Der Gesetzgeber macht überhaupt keinen Unterschied zwischen Nutz- und Rauschhanf. Das ist Blödsinn.“

Das bedeutet für Landwirte, dass sie vor dem Hanfanbau einen Anbauantrag bei der Betäubungsmittelprüfstelle einreichen müssen.

„Er kann jetzt nicht einfach sagen, er baut mal Hanf an. Außerdem finden umfängliche Kontrollen statt, bei denen geprüft wird, dass das am Ende wirklich Faserhanf ist“, so Förster.

Landschaftspflegeverband setzt sich für Förderrichtlinie ein

Es gibt aber noch ein zweites Problem. Denn in den Laboren existieren keine einheitlichen Messmethoden, sodass mehrere Labore völlig verschiedene Ergebnisse liefern könnten. Damit gehen Landwirte ein hohes Risiko ein. Denn können die Landwirte die vorgegebenen Werte nicht einhalten, muss schlimmstenfalls die gesamte Hanfernte vernichtet werden.

„Die Landwirte haben gerade extreme Probleme mit Grenzwerten und gesetzlichen Regelungen“, führte Förster weiter aus.

Weiter heißt es, dass eine Lösung nicht in Sicht sei. Allerdings könne den Landwirten eine entsprechende Förderrichtlinie für den Hanfanbau helfen. Laut dem Medienbericht gebe es aktuell intensive Gespräche mit den Landwirten in Brandenburg.

Quelle:

https://www.rbb24.de/wirtschaft/thema/2019/gruene-woche/beitraege/gruene-woche-hanf-landwirte-brandenburg-neue-chancen.html