Hanf oder indischer Hanf? Beschäftigst du dich zum ersten Mal mit Cannabis, können die unterschiedlichen Bezeichnungen schnell Verwirrung stiften. Auf der einen Seite steht der Nutzhanf, der zur Produktion von Fasern, Ölen und Samen dient. Auf der anderen Seite ist der indische Hanf, mit lateinischem Namen Cannabis indica. Er ist vor allem als „Kifferkraut“ bekannt, aus dem Haschisch und Marihuana hergestellt werden. 

Aufgrund seiner psychotropen Wirkung findet indischer Hanf nicht nur als Rauschmittel, sondern auch als Arznei seit Tausenden von Jahren Verwendung. In Deutschland waren Medikamente auf Cannabisbasis bis vor Kurzem aber noch verboten. Seit einigen Jahren sind sie unter strengen Auflagen wieder zugelassen. 

Wir betrachten den indischen Hanf heute etwas näher. Hier erfährst du, was indischen Hanf vom Nutzhanf unterscheidet, wo der indische Hanf herkommt und wie er in der Medizin von Nutzen sein kann.

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Indischer Hanf – was ist das eigentlich?

Züchter und Anbauer unterscheiden verschiedene Typen von Cannabispflanzen: 

– Cannabis sativa, der sogenannte Nutzhanf

– Cannabis indica, der indische Hanf

Botaniker streiten sich bis heute darüber, ob es sich bei Cannabis indica um eine eigene Art oder eine Unterart von Cannabis sativa handelt. Neuere Untersuchungen scheinen die These zu bestätigen, dass indischer Hanf eine Unterart darstellt. Beide Sorten lassen sich miteinander kreuzen und weisen ihrerseits wiederum mehrere Unterarten auf. Die Unterscheidung zwischen Cannabis sativa und indica ist jedoch nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht interessant, sie spielt auch rechtlich eine Rolle. So legen die Gesetzestexte verschiedener Länder zum Beispiel fest, welche Cannabissorten Landwirte und Privatpersonen anbauen dürfen. 

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Indischer Hanf: Wo kommt er eigentlich her?

Wie alle Pflanzen der Cannabis-Sippe stammt indischer Hanf aus Zentralasien. Dort wurde Cannabis bereits um 10.000 v. Chr. herum als Getreide angebaut. Da Hanf schon so lange als Kultur- und Nutzpflanze Verwendung findet, lässt es sich nicht mehr einwandfrei feststellen, ob es sich bei den wildwachsenden Pflanzen in Asien um ursprüngliche Wildformen oder verwilderte Formen der kultivierten Arten handelt. 

Botaniker führen die Urheimat von Cannabis indica heute auf die Gebiete südlich der Gebirgsscheide aus Hindukusch, Pamir und Himalaya zurück. Vermutlich wurde indischer Hanf hier tatsächlich zunächst in Indien sowie auch östlich des Himalaya, in China, angebaut. Da die Pflanze in den Hochgebirgszonen beheimatet ist, hat sie sich an karge Böden mit geringem Nährstoffvorkommen und geringe Temperaturen angepasst. 

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Indischer Hanf – ein Exkurs in die Biologie

Biologisch betrachtet, zeichnet sich indischer Hanf durch die folgenden Eigenschaften aus: 

– Einjährige Pflanze: Der Lebenszyklus der Cannabispflanze beträgt ein Jahr, anschließend stirb sie ab und muss neu ausgesät werden.

– Zweihäusige Pflanze: Männliche und weibliche Blüten sitzen auf verschiedenen Pflanzen.

– Geringe Wuchshöhe: Indischer Hanf wird etwa 150 cm hoch.

– Dicht verzweigter Wuchs: Cannabis indica wächst buschiger als Cannabis sativa, mit breiten, gezackten Blättern, welche die typische Form einer Hand aufweisen. Die Blüten wachsen anders als bei Cannabis sativa-Arten entlang der Stielteile zwischen den Blattabständen. 

– Schnelles Wachstum: Unter idealen Bedingungen legt Hanf am Tag bis zu 10 cm an Höhe zu.

– Robust: Cannabis indica gedeiht unter rauen Klimaverhältnissen besser als seine Verwandten aus wärmeren Breitengraden. 

– Nussartige Hanfsamen: Cannabis bildet kleine, harte Früchte, die sogenannten Archäne, die von einer harten Schale umgeben sind.

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Indischer Hanf und Nutzhanf: Cannabinoid-Gehalt macht den Unterschied

Allen optischen Unterschieden zum Trotz lassen sich Cannabis sativa und indica auf den ersten Blick kaum voneinander unterscheiden. Wichtiger als das Aussehen ist für die Unterscheidung der Gehalt an Cannabinoiden.

Alle Hanfpflanzen enthalten diese Pflanzenstoffe. Zu den bekanntesten Cannabinoiden zählen sicherlich Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC). THC ist für die psychoaktive Wirkung von Cannabis verantwortlich.  Gutes CBD-Öl findest du hier.

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Indischer Hanf weist einen höheren Gehalt an Cannabidoiniden auf als Pflanzen der Sorte Cannabis sativa. Das gilt sowohl für CBD als auch für THC. Cannabis sativa, der als Nutzhanf Verwendung findet, wurde sogar eigens so gezüchtet, dass die Pflanzen maximal 0,2% THC enthalten. Beim gewerbsmäßigen Anbau von indischem Hanf bevorzugt man dagegen Arten, die ein stark THC-haltiges Harz ausscheiden.

 

Anders als vom Nutzhanf kannst du vom indischen Hanf also high werden. Es wäre allerdings unangebracht, indischen Hanf deswegen als reine Drogenpflanze abzustempeln. Verschiedene Unterarten mit breiteren Blättern werden vor allem in Südostasien auch zur Faser- und Ölproduktion verwendet. Hierzulande ist man gerade dabei, den Nutzen von indischem Hanf als Heilpflanze wiederzuentdecken.

Indischer Hanf Homöopathie: Eine altbekannte Heilpflanze

Bereits seit vielen Jahrzehnten kommt indischer Hanf in der Homöopathie zum Einsatz. Bei der Homöopathie handelt es sich um eine Form der alternativen Medizin, die Gleiches mit Gleichem behandeln möchte. Hast du zum Beispiel einen Schnupfen, werden zur Behandlung Pflanzen oder andere Stoffe eingesetzt, die eigentlich ähnliche Symptome auslösen – allerdings stark verdünnt. Homöopathen sprechen von Potenzierung: Ein Tropfen des Wirkstoffs wird dabei mit einem Lösungsmittel verdünnt und dann verschüttelt. Je geringer der Wirkstoffgehalt, umso höher soll die Wirksamkeit des homöopathischen Mittels sein. 

Die homöopathische Verwendung von Hanf unterscheidet strikt zwischen indischem Hanf und Nutzhanf. Indischer Hanf kommt bei der Behandlung von Asthma, Impotenz, sexueller Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Alpträumen und Nervenleiden zum Einsatz.

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Ist indischer Hanf legal?

Das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zählt Cannabis zu den „nicht verkehrsfähigen Stoffen“. In Deutschland ist der Konsum der Cannabisprodukte Haschisch und Marihuana zwar nicht ausdrücklich verboten – illegal sind laut § 29 BtMG allerdings der Anbau, die Herstellung, sowie der Handel und Erwerb von allen Pflanzenteilen des Cannabis. Der Besitz bleibt bis zu einer gewissen Menge, die sich je nach Bundesland unterscheidet, straffrei, ist aber ebenfalls nicht legal.

Seit einigen Jahren gibt es jedoch Ausnahmen. Am 10. März 2017 ist eine Änderung am Betäubungsmittelgesetz in Kraft getreten, die Ärzten erlaubt, Cannabisblüten und Cannabisextrakt zu medizinischen Zwecken zu verschreiben. Dabei müssen sich die Mediziner an strenge arznei- und betäubungsmittelrechtliche Vorgaben halten. Vor dieser Änderung brauchten Patienten eine Ausnahmeerlaubnis, wenn sie Beschwerden mit natürlichen Cannabisprodukten behandeln wollten. 

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Indischer Hanf in der Medizin

Zur Herstellung von Cannabisarzneimitteln verwendet man die blühenden, getrockneten Triebspitzen der weiblichen Pflanzen, auch als Cannabis flos bezeichnet. Diese Blüten enthalten etwa 120 verschiedene Cannabinoide, die sich im Harz anreichern. 

Die Blüten werden im blühenden Zustand geerntet. Da sie reich an Harz sind, fühlen sie sich klebrig an und verströmen einen typisch würzigen und stechenden Geruch. Heute stammen Cannabisblüten für medizinische Zwecke für allem von gezüchteten Höchstleistungssorten, die im Gewächshaus heranwachsen. Indischer Hanf in der Medizin

Medizinisch ist indischer Hanf vor allem aufgrund des hohen Gehalts an CBD und THC interessant. Diese Substanzen binden sich an spezielle Cannabinoid-Rezeptoren im menschlichen Gehirn. THC beeinflusst unter anderem das Schmerzempfinden und unsere Emotionen, das Gedächtnis, das Schlafbedürfnis und auch den Appetit. CBD zeigt in Studien krampflösende, entzündungshemmende und antipsychotische Wirkung.

Bei welchen Krankheiten dürfen Ärzte Cannabisarzneimittel verschreiben?

Seit 2017 dürfen Ärzte aller Fachrichtungen THC-haltige Arzneimittel zur Behandlung schwerer Krankheiten verschreiben. Das gilt allerdings nur, wenn andere therapeutische Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind und wenn durch die Behandlung mit Cannabisarzneimitteln eine Besserung zu erwarten ist. 

Arzneimittel aus indischem Hanf kommen vorrangig bei folgenden Krankheiten zum Einsatz: 

– bei der Einnahme von Zytostatika während der Chemotherapie, um Übelkeit und Appetitlosigkeit zu behandeln

– bei der Behandlung von Anorexie und krankhaftem Gewichtsverlust (Kachexie)

– bei HIV-Patienten

– bei chronischen Schmerzzuständen

– bei spastischen Lähmungen und Bewegungsstörungen

– bei Epilepsie

– bei Asthma

– bei der Behandlung eines Glaukoms

– zur Behandlung von Depressionen

Medikamente auf Basis von indischem Hanf: Was zahlt die Krankenkasse?

Erste Medikamente auf Cannabisbasis wurden bereits vor der Gesetzesänderung  2017 zugelassen. Im Jahr 2011 kam das Mundspray Nabiximols unter dem Handelsnamen Sativex(R) auf den Markt. Sativex(R) beinhaltet ein Cannabisextrakt aus CBD und THC im Verhältnis 1:1. Verwendung findet es bei der Behandlung spastischer Krämpfe bei Patienten mit Multipler Sklerose. Mit Nabilon, Handelsname Canames(R), folgte bald ein weiterer Wirkstoff auf Cannabisbasis. 

Krankenkasse

Bei der Verschreibung dieser Medikamente gab es jedoch ein Problem: Die Krankenkassen durften die Kostenübernahme ablehnen. So bestand das Risiko, dass die Patienten auf den Behandlungskosten sitzenblieben.

Seitdem das Cannabis-Gesetz in Kraft ist, gilt: Wenn Ärzte Cannabisarzneimittel verschreiben, müssen Patienten eine Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse stellen. Das Gesetz sieht vor, dass die gesetzlichen Kassen diesen Antrag nur in „begründeten Ausnahmefällen“ ablehnen dürfen. Patienten müssen sich zudem dazu verpflichten, an einer anonymen Begleitstudie teilzunehmen.  Alternativ dürfen sich Patienten die Cannabispräparate auf Privatrezept verschreiben lassen. Dann müssen sie sie allerdings selber bezahlen. 

Indischen Hanf selber anbauen?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Indischen Hanf darfst du nicht einfach selbst anbauen. Eine Ausnahme haben Gerichte bislang nur für Schwerkranke eingeräumt, zum Beispiel für Menschen mit Multipler Sklerose, die ihre Beschwerden nur durch den Konsum von Cannabispräparaten lindern können. 

Der allgemeine Anbau von Hanf ist in Deutschland streng reguliert und nur Landwirten mit einer Sondergenehmigung erlaubt. Auch sie dürfen allerdings nur Nutzhanf-Sorten mit einem stark verringerten THC-Gehalt von unter 0,2% anbauen. 

Für den Hanfanbau zu medizinischen Zwecken hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Cannabisagentur gegründet. Sie soll den Anbau von Cannabis in Deutschland steuern und kontrollieren. Bis Cannabis für medizinische Zwecke aus deutschem Anbau zur Verfügung steht, dürfen entsprechende Arzneimittel importiert werden. 

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Indischer Hanf Fazit: 

Wir hoffen, dass dir jetzt ein wenig klarer ist, worum es sich bei indischem Hanf handelt. Sollten wir etwas vergessen haben, freuen wir uns über einen Hinweis in den Kommentaren. Um das Wichtigste noch einmal kurz zusammenzufassen: Indischer Hanf unterscheidet sich vom Nutzhanf durch seinen höheren Gehalt an Cannabinoiden. Heute macht sich die Medizin die positiven Eigenschaften von Cannabisprodukten aus indischem Hanf zunutze. Legal erwerben darfst du Cannabisarzneimittel aber nur mit einem Rezept deines Arztes.

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