Plastikmüll ist ein Problem. Egal ob du ein engagierter Umweltaktivist bist oder das Thema schon langsam nicht mehr hören kannst, hier hilft kein Leugnen und Ignorieren mehr. Wir produzieren, verbrauchen und schmeißen viel zu viel Plastik weg. Ein Material, das weder umweltschonend produziert noch entsorgt werden kann. Und trotzdem kaum aus unserem Alltag wegzudenken ist.

Schau dich mal in deiner Wohnung um – oder wo auch immer du diesen Artikel gerade liest. Und jetzt stell‘ dir mal vor, dass alles aus Plastik auf einmal verschwindet… ganz schön kahl auf einmal, oder? Dabei wird aber auch klar, so ganz ohne geht es irgendwie auch nicht. Noch nicht zumindest. Denn Alternativen zu herkömmlichem Plastik aus fossilen Rohstoffen sind weltweit auf dem Vormarsch. Und mitten drin im Geschehen: Hanf!

Wie der Allrounder jetzt auch in der Plastik-Industrie mitmischt und welche Vorteile Plastik aus Hanf für unseren Planeten in petto hat, das erfährst du in diesem Artikel.

indischer hanf

Plastikmüll weltweit – ein kleiner Überblick über ein großes Problem ?

Das Problem mit dem Plastikmüll wurde gerade im letzten Jahr in den Medien rauf und runter gepredigt – und das zurecht! Wir alle benutzen Plastik und sind deswegen Teil dieses globalen Problems. Bewegungen wie Friday’s for Future haben es nun endlich geschafft, sich auf globaler Ebene Gehör zu verschaffen und so langsam kommt Bewegung in die Mühlen des Getriebes. Bali hat zum Beispiel Plastiktüten schon abgeschafft, Deutschland will 2020 hinterher ziehen.

Wie gravierend unser Plastikproblem tatsächlich ist, das bleibt für die meisten von uns jedoch relativ unvorstellbar. Deswegen haben wir hier eine kleine Übersicht mit ein paar interessanten Fakten zusammengestellt:  

  1.       Erdöl, Kohle und Erdgas… 99% Prozent des Plastiks werden aus fossilen Brennstoffen hergestellt.
  2.       Ein Ende ist nicht in Sicht… die USA wollen zum Beispiel ihre Plastikproduktion in den nächsten Jahren um 30% steigernplastik aus hanf.
  3.       Einweg, Mehrweg, gelbe Tonne… tatsächlich wurden bislang nicht einmal 10% der gesamten Plastikproduktion recycelt.
  4.       Recycling als neuer Wirtschaftszweig… den meisten Plastikmüll exportieren wir zum Recycling nach Asien. Deutschland ist nach den USA und Japan die Nr. 3 weltweit.
  5.       Mikroplastik ist in aller Munde… und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn es reichert sich nicht nur in den Meeren, sondern sogar noch stärker im Boden und Grundwasser an.
  6.       Softdrinks und Co. … allein Coca-Cola produziert pro Jahr 88 Milliarden Einwegflaschen. Würde man damit eine Brücke bauen käme man 31 Mal zum Mond und zurück.
  7.       4 Millionen ausgewachsene Blauwale… so viel Plastik, also etwa 400 Millionen Tonnen, werden weltweit jährlich produziert.
  8.       860.000 ausgewachsene Blauwale… so viel Plastik, geschätzte 86 Millionen Tonnen, schwimmen in unserem Meeren umher. Echte Blauwale sind es übrigens weniger als 5.000.

Diese Zahlen und Fakten stammen übrigens aus dem Plastikatlas 2019 des BUND, den du dir bei Interesse hier durchlesen kannst. 

Plastik aus Hanf ist keine neue Idee – ein kleiner Rückblick 

Wenn man sich anschaut, wie tief Plastik heute in unserem Alltag verwurzelt ist, da fragt man sich doch: Wie ging es eigentlich jemals ohne? Vor der Kommerzialisierung synthetischer Kunststoffe war tatsächlich Hanf einer der wichtigsten Werkstoffe. Die Cannabis-Pflanze wurde für die Herstellung von Seilen, Tuch und Papier eingesetzt, bis sie nach dem 2. Weltkrieg weltweit auf das Abstellgleis geschoben und der Anbau verboten wurde.

Dabei ist die Idee, Plastik aus Hanffasern herzustellen, nicht einmal neu. Schon der Auto-Pionier Henry Ford experimentierte in den 20er Jahren mit nachwachsenden Rohstoffen und produzierte 1941 das legendäre Hanf-Auto! Ok, zugegebenermaßen, das Auto bestand nicht zu 100% aus Hanf. Trotzdem hat Hanf schon damals seine Vielfältigkeit und Widerstandsfähigkeit bewiesen. In diesem YouTube-Video mit Originalbildern könnt ihr euch selbst von dem Auto überzeugen.

JETZT HIER KLICKEN

Was genau ist Hanfplastik und wie wird es hergestellt?

Eins ist also schonmal klar: Wir brauchen Alternativen zu herkömmlichem Plastik und es gibt sie! Zum Beispiel die Herstellung von Kunststoffen aus Naturfasern, wie zum Beispiel Hanf. Die Hanfpflanze besteht zu etwa 75% aus dem natürlichen Rohstoff Zellulose. Diese Zellulose ist der Schlüssel zur Herstellung von Hanfplastik. Gewonnen wird sie aus Nutzhanf, dem einzigen Hanf, der legal angebaut werden darf.

Nutzhanf ist extra so gezüchtet, dass er kaum THC enthält. THC oder Tetrahydrocannabinol ist die psychoaktive Substanz, die Hanf bei vielen Jugendlichen so beliebt macht aber auch für seine Verbannung aus der Landwirtschaft sorgte. Nach der Ernte kann jeder Teil der Hanfpflanze verwendet werden. Was am Ende übrig bleibt, daraus lässt sich in einem mehrstufigen Verfahren reine Zellulose gewinnen, die anschließend zu verschiedenen Kunststoffen weiterverarbeitet wird.  

Merke also: In Plastik aus Hanf ist natürlich kein THC enthalten und es kann nicht high machen! Wenn du noch mehr über Nutzhanf wissen möchtest, haben wir hier übrigens auch noch einen interessanten Artikel für dich.

 

Das sind die Vorteile von Hanfplastik für die Umwelt ??

Wenn du das alles so liest, kannst du dir bestimmt schon vorstellen, dass Plastik aus Hanf einen riesigen Vorteil gegenüber konventionellem Plastik haben muss. Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen, Hanfplastik könnte eine echte Alternative zu synthetischen Kunststoffen sein, die unseren Planeten schont und mit der wir gleichzeitig keine Abstriche im Alltag machen müssen. Hier sind die wichtigsten Vorteile von Hanfplastik auf einen Blick:

  •   Hanf ist ein nachwachsender Rohstoff – eine Cannabis-Pflanze braucht nur wenige Monate, um zu wachsen. Erdöl braucht hingegen zwischen 10.000 und mehreren Millionen Jahren.
  •   Plastik aus Hanf ist biologisch abbaubar – genauso schnell wie Hanf wächst, kann er auch wieder abgebaut werden. In nur wenigen Monaten ist Hanfplastik komplett abgebaut, während herkömmliches Plastik mehrere Hundert Jahre benötigt, sich zwischenzeitlich zu Mikroplastik zersetzt und gesundheitsschädliche Chemikalien freisetzt.
  •   Der Anbau von Hanf ist umweltschonend – die Hanfpflanze ist sehr genügsam, braucht kaum Dünger, Pestizide und nur wenig Wasser.
  •   Hanf wächst einfach überall – Cannabis gedeiht in fast jeder Region unserer Erde. Dadurch entfallen lange Transportwege. Die Voraussetzung ist natürlich, dass der Anbau von Nutzhanf auch endlich überall legalisiert wird…
  •   Hanf gleicht seinen eigenen CO2-Ausstoß aus – denn während er wächst verbraucht er CO2 und produziert Sauerstoff, ganz einfach durch Photosynthese!
  •   Plastik aus Hanf ist robust und langlebig – schon Henry Ford stellte in den 40er Jahren fest, dass es kaum möglich war, der Karosserie seines Hanf Autos mit einem Vorschlaghammer einen nennenswerten Schaden zuzufügen. Bei einer Stahlkarosserie sah das ganz anders aus. Dazu war das Hanfmodell auch noch etwa 60% leichter als die Metallvariante.

So sieht’s aus – wo Plastik aus Hanf schon eingesetzt wird und wo die Reise hingeht ?

Aktuell wird nur 1% der gesamten Plastikproduktion aus erneuerbaren Rohstoffen oder Naturfasern hergestellt, 50% davon übrigens in Asien. Über Jahre hinweg hat sich die Industrie nicht um die Entwicklung von alternativem Plastik gekümmert, doch das ändert sich jetzt. Ganz nach dem Vorbild Henry Fords wird Hanf bereits als Dämm- und Isolationsmaterial in Autos eingesetzt.

Vor allem Start-ups in den USA sind hier Vorreiter und stellen immer mehr Alltagsgegenstände wie Möbel oder alternatives Verpackungsmaterial aus Hanfplastik her. Gleichzeitig forschen sie nach neuen Möglichkeiten, die verschiedensten Kunststoffe durch Hanfplastik zu ersetzen. Die Firma Push Design hat sogar ein ganzes Haus aus Hanfbeton gebaut, dass wegweisend für den Hausbau der Zukunft sein könnte. Und immer mehr große Unternehmen steigen auf den Zug auf.

Plastik aus Hanf hat also definitiv Zukunft!

Achtung Falschmeldung! Vor einiger Zeit machten Gerüchte die Runde, dass sogar Lego seine gesamte Produktion aus Hanfplastik umstellen wird. Das hat das Unternehmen dann aber leider dementiert. Man suche wohl nach Alternativen zu konventionellem Plastik, Hanf sei aber dabei nicht im Spiel. Schade eigentlich!

Make it real – so kannst du mit wenig Aufwand einen großen Beitrag leisten

Der Umstieg von herkömmlichem Plastik auf Kunststoffe aus Naturfasern ist ein bedeutender Schritt für die Plastikindustrie und auf jeden Fall eine wichtige Maßnahme, um unser Plastikproblem in den Griff zu bekommen. Aber solange die Produkte noch nicht ausreichend erforscht und flächendeckend erhältlich sind, kannst du trotzdem schon einiges tun, um der Erde zu helfen. Hier sind ein paar Maßnahmen, mit denen jeder von uns viel bewegen kann:

  1.       Trinken ohne Plastik – Kauf‘ dir eine Trinkflasche und verzichte komplett auf To-go-Becher – und wo möglich natürlich auch auf Einwegflaschen und Tetra-Paks.
  2.       Shoppen ohne Plastik – Kauf‘ dir einen coolen Stoffbeutel und verzichte ab sofort auf Plastiktüten. Obst und Gemüse überlebt auch so oder in Papier den Weg vom Supermarkt bis in deine Küche.
  3.       Die zwei R‘2 – recyceln und reparieren! Mülltrennung ist ja klar, aber auch Haushaltsgeräte und Co. müssen nicht immer gleich neu gekauft werden. Oft ist eine Reparatur sogar billiger und schont zudem auch noch die Umwelt.
  4.       Aufräumen – ob im Urlaub oder an den deutschen Küsten, „Beach Clean Ups“ sind weltweit ganz groß im Kommen. Und während du etwas Gutes tust, kannst du auch noch nette Leute kennenlernen.
  5.       Augen und Ohren aufhalten – Wissen ist Macht, auch wenn es um Umweltschutz geht. Deswegen lies‘ Artikel wie diesen hier, informiere dich und sei‘ dir deines Plastikkonsums bewusst.

cbd Liquids

JETZT HIER KLICKEN

Das sind nur einige Beispiele und sicher fallen dir noch viele weitere Maßnahmen ein, wie du deinen Plastikkonsum wirksam reduzieren kannst. Wichtig ist: Kleinvieh macht auch Mist! So unbedeutend dir dein Beitrag auch erscheinen mag, wenn jeder Mensch auf der Welt auch nur ein bisschen was tut, können wir gemeinsam viel erreichen. Also geh‘ am besten mit gutem Beispiel voran.

Plastik aus Hanf – grün, grün, grün sind alle meine Kunststoffe! ???

Oder zumindest sind sie das hoffentlich bald. Wir stellen fest: Hanfplastik ist eine echt Alternative zu gewöhnlichen Kunststoffen und wird sich hoffentlich bald weltweit und dauerhaft durchsetzen können. Dazu müssen allerdings Landwirtschaft, Politik, Industrie und Forschung endlich wirksam zusammenarbeiten. Und bis das soweit ist, können wir als Verbraucher ebenfalls einen Unterschied machen. Denn was nicht gekauft wird, wird auch nicht produziert!

Übrigens: Hanf kann nicht nur in Plastik! Auch in der Textilbranche ist er ein echter Beitrag zu mehr Umweltschutz und ethischer Produktion – Stichwort Fair Fashion. Mehr dazu findest du hier.