Die grüne Welle, die die Legalisierung von Cannabis in den USA vorantreibt, wird nun noch stärker angetrieben. So sorgen Senioren, die zwischen 1928 und 1964 geborenen sind, für eine starke Nachfrage im Cannabismarkt.

Senioren sind eines der am schnellsten wachsenden Verbrauchersegmente in der Cannabisbranche. Wer zwischen 55 und 64 Jahre alt ist, konsumiert häufiger Cannabis als 12- bis 17-Jährige. Berichten zufolge stiegen die Bestellungen bei der Cannabis-App „Boomers on Eaze“ im Jahr 2017 um 19 Prozent. Und die Silber-Generation gewinnt an Fahrt: Rund 4 Prozent der Senioren ab 65 Jahren konsumieren jetzt mindestens einmal im Jahr Cannabis.

Dieser junge „reife Markt“ hat ein enormes Potenzial. Etwa zwei Drittel der US-amerikanischen Bundesstaaten haben Cannabis in irgendeiner Form legalisiert. Und so werden die Cannabisunternehmen umdenken müssen und neue Produkte entwickeln, die auf Senioren abzielen.

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Warum konsumieren Senioren Cannabis?

Die meisten Menschen aus der Silber-Generation sind mit Cannabis vertraut. Sommer, Blumen, Liebe und Woodstock haben viele zum Cannabiskonsum verleitet. Heute suchen sie weniger nach dem Groove, sondern vielmehr nach etwas, was ihre Probleme mit Arthritis, Entzündungen und chronischen Schmerzen lindern kann.

Viele ältere Menschen suchen nach natürlichen Alternativen zu pharmazeutischen Produkten, insbesondere zu Opioiden. Einige verwenden möglicherweise Cannabis, um die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu verringern. Andere wenden Cannabis an, um Depressionen und Angstzustände zu bekämpfen, den Schlaf zu fördern oder aber ihre Libido und Kreativität zu steigern.

Senioren bevorzugen Cannabis-Tabletten und Edibles

Interessant ist aber auch, dass die ältere Generation nach einer Alternative zum Rauchen oder Verdampfen von Cannabis sucht. Zwar ist das Verdampfen durchaus beliebt, Senioren verwenden jedoch ebenso gerne Cannabis-Tabletten und topische Mittel gegen ihre Beschwerden.

Das liegt daran, dass diese Produkte vor allem in Bezug auf die niedrige Dosierbarkeit von Vorteil sind. Beispielsweise können Mikrodosen Cannabis in Kekse gemischt werden, die dann lediglich ungefähr drei Milligramm THC oder CBD enthalten. Die Auswirkungen sind vorhersehbar und wiederholbar. Von Vorteil ist außerdem, dass sich in der Wohnung oder im Haus kein Cannabisgeruch breitmacht, der neugierige Nachbarn anlocken könnte.

Bedürfnisse von älteren Cannabiskonsumenten

Senioren haben meist nicht das verfügbare Einkommen, um Cannabis zu kaufen, da viele von ihnen alleinstehen sind. Für Cannabisunternehmen dürfte jedoch interessant sein, dass die Silber-Generation relativ markenloyal ist. Deshalb lohnt es sich zu versuchen, sie für das Geschäft von Anfang an zu gewinnen.

Aufgrund der eingeschränkten Mobilität und des Wunsches nach Diskretion wünschen sich Senioren auch, dass ihr Cannabis entweder direkt an die Tür geliefert wird, oder sie möchten eine einfache Möglichkeit, um eine Apotheke zu erreichen. Daher stellen mehrere Senioren-freundliche Geschäfte regelmäßig Shuttlebusse zur Verfügung, um die Senioren direkt von zu Hause aus in den Laden zu fahren und wieder zurück.

Im Cannabisgeschäft selbst, möchten sich die Senioren wohlfühlen und mit dem Verkäufer gerne von Angesicht zu Angesicht sprechen. Hingegen könnten Türsteher vor dem Geschäft, ein überfüllter Verkaufsraum und ein Verkäufer in den Zwanzigern Senioren erst einmal abschrecken, wenn sie zum ersten Mal ein Geschäft betreten. Umso wichtiger ist also, dass sich Senioren willkommen und umsorgt fühlen.

Das kann auf der Designebene beginnen, indem sichergestellt wird, dass die Dispenser offen, sauber und benutzerfreundlich sind. Beispielsweise entspricht das Design der Apotheken-Kette „The Botanist“ einem Laboratorium des 19. Jahrhunderts und Gewächshäusern. Zudem gibt es ein Programm mit Bildungs- und Unterhaltungsveranstaltungen wie Cannabis 101, Kochen mit Cannabis, Cocktailpartys mit CBD und so weiter. All dies hilft dabei, Senioren auf sichere und bequeme Weise ein intensives Erlebnis zu bieten.

Unternehmen brauchen jedoch noch etwas Zeit, bis sie den besten Ansatz für die Vermarktung von Cannabis bei Senioren. Aber alles deutet darauf hin, dass Senioren eine neue potenzielle Bedarfsgruppe für Cannabis ist.