In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit dem Cannabinoid Cannabidiol (CBD), das genauso wie das bekannte Tetrahydrocannabinol (THC) und wie viele weitere Cannabinoide und Wirkstoffe in der Cannabispflanze enthalten ist. Im Gegensatz zum THC hat CBD keine psychoaktive Wirkung, weshalb CBD-Produkte in Deutschland, sofern der THC-Gehalt unter 0,2 Prozent liegt, legal käuflich sind. Das den meisten bekannteste Produkt sind CBD Öl Tropfen.

Wie wird CBD-Öl eigentlich hergestellt?

Für CBD-Öl werden primär Hanfblüten sowie Blätter des weiblichen Nutzhanfs verwendet. Dieser Hanf muss den EU-rechtlichen Normen entsprechen. Er zeichnet sich durch einen geringen THC- und hohen CBD-Gehalt aus. Derzeit sind 52 Sorten in der EU zugelassen [1]

Bei der Herstellung von CBD-Öl setzen qualitätsbewusste Hersteller auf das schonende und effiziente CO2-Extraktionsverfahren.

In einem Verfahren löst man mittels „überkritischen CO2“ (Kohlenstoffdioxid) unter hohem Druck die Substanzen aus dem Hanf. Bei einer bestimmten Temperatur und entsprechendem Druck verhält sich das Kohlendioxyd ähnlich einer Flüssigkeit und dient somit, ähnlich, wie z.B. Alkohol, als Lösungsmittel. Im nächsten Schritt wird dann der Druck gesenkt. Dadurch werden die im CO2 gelösten Extrakte abgegeben, sodass die natürlichen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze erhalten bleiben. Das CO2 kann für den weiteren Produktionsprozess wieder genutzt werden. Der nächste Schritt ist die Decarboxylierung: Das gewonnene Extrakt wird erhitzt, damit sich die Cannabinoid-Säuren in das aktive Cannabinoide umwandeln. Da jedes Cannabinoid bei einer anderen Temperatur umgewandelt wird, kann man durch präzise Steuerung das gewünschte Cannabinoid-Profil gut steuern.

Der größte Vorteil an dem CO2-Extraktionsverfahren wird darin gesehen, dass das gesamte Pflanzenstoffspektrum erhalten bleibt. So enthält das CBD-Öl nicht nur Cannabidiol, sondern auch weitere Cannabinoide, wie zum Beispiel Cannabigerol (CBG), Cannabinol (CBN), Cannabichromen (CBC) und, sowie wertvolle Flavonoide und Terpene. Daneben kann das CBD-Öl auch folgende Stoffe beinhalten:

Chlorophyll: Der natürliche Farbstoff Chlorophyll unterstützt die Zellatmung und hilft beim Entgiften und Reinigen der Zellen. Dementsprechend kann Chlorophyll auch einen positiven Einfluss auf das Immunsystem haben.

Carotinoide: Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen natürlichen Farbstoff, der dem CBD-Öl den goldgelben Schimmer verleiht. Carotinoide wie Beta Carotin sind dafür bekannt, dass sie Arterienverengungen vorbeugen, vor dem frühzeitigen Altern schützen und sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System auswirken können.

Vitamine: CBD-Öl kann verschiedene Vitamine enthalten, insbesondere das Vitamin E, das häufig auch als „Anti-Aging-Vitamin“ bezeichnet wird. Als Antioxidans kann Vitamin E zudem die Körperzellen schützen und sich positiv auf den Serotoninspiegel auswirken.

Spurenelemente und Mineralstoffe: Eisen, Kalzium, Kalium, Kupfer, Mangan, Natrium, Phosphor, Zink und Magnesium sind wichtige Stoffe für den Organismus, die ebenfalls im CBD-Öl enthalten sein können.

Um die spätere Anwendung zu erleichtern, wird dem zähflüssigen Extrakt noch ein Öl hinzugefügt. Die meisten Hersteller mengen hier Hanfsamenöl bei, sodass das CBD-Öl eine dunkle Farbe sowie einen etwas bitteren Geschmack erhält. Vorteil des Hanfsamenöles ist ein ausgewogenes Verhältnis an Omega-3– und Omega-6-Fettsäuren, die für die Zellregeneration von Bedeutung sind. Zudem können sich die Fettsäuren auch positiv auf die Blutdruckwerte und das Immunsystem auswirken. Angeboten wird dieses CBD-Öl meist unter den Bezeichnungen „Vollspektrumextrakt“ oder „Naturextrakt“.

Andere Hersteller verwenden für die weitere Anreicherung hingegen günstiges Kokosnuss-, Oliven- oder Traubenkernöl.

Gibt es auch andere Herstellungsmethoden für das CBD-Öl?

Eine weitere Herstellungsmethode ist, das Cannabidiol im Extraktionsprozess aus der Hanfpflanze zu isolieren und zu reinigen, so das weiße CBD-Kristalle entstehen. Hochwertige Kristalle können aus bis zu 99,9 Prozent Cannabidiol bestehen. Diese Kristalle werden dann in einem Öl (Traubenkernöl, Hanfsamenöl, Olivenöl oder Kokosöl) aufgelöst. Das hieraus entstehende CBD-Öl wird dann entweder mit „CBD-Kristallen“ oder „CBD-Isolat“ betitelt. CBD-Kristalle sind auch bestens geeignet, um CBD Liquids für E-Zigaretten zum Verdampfen herzustellen.

Der Vorteil reiner Kristalle besteht darin, dass die resultierenden Endprodukte kein THC enthalten. Allerdings fehlen auch die anderen Cannabinoide, Terpene oder Pflanzenwirkstoffe. Man geht davon aus, dass sich die Inhaltsstoffe wie Cannabinoide und Terpene in ihrer Wirkung gegenseitig unterstützen, was in der Cannabis-Forschung als „Entourage-Effekt“ bezeichnet wird.

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Was genau ist der Entourage-Effekt?

Nach Stand der heutigen Forschung geht man heute davon aus, dass die Kombination der unterschiedlichen Inhaltsstoffe im Cannabis effektiver ist, als nur einzelne isolierte Cannabinoide. Der Neurologe Ethan Russo erklärte bereits vor einigen Jahren, wie sich die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze aufeinander auswirken können.

Er beschreibt nicht nur die Wirkung der allgemein bekannten Cannabinoide THC und Cannabidiol, sondern auch die Wirkungsweisen der weiteren Inhaltsstoffe. Hervorzuheben sind hier vor allem die Terpene, die mit den Cannabinoiden interagieren und so ihre Wirkung entfalten, wie zum Beispiel die Terpene Mycren, Caryphyllen und Pinen.

Es spricht alles dafür, CBD-Öl als Vollspektrumextrakt zu verwenden, um so von dem gesamten Phytokomplex profitieren zu können. In Einzelfällen kann aber auch die Nutzung von auf Kristallen basierenden Mono-Präparaten angezeigt sein.

Was ist der Unterschied zwischen CBD-Öl und Hanfsamen-Öl?

Um es kurz zu sagen, ist der Unterschied bei den Pflanzenteilen zu suchen, die zur Herstellung genutzt werden.

Hanfsamen-Öl oder kurz Hanf-Öl wird aus den Samen (Hanfnüsschen) hergestellt. CBD und die anderen Cannabinoide werden jedoch aus den CBD Blüten und Blättern des Nutzhanfes extrahiert.

Gute Hanfsamenöle werden in der Regel kalt gepresst. Werden die Hanfsamen vor der Pressung geschält, ergibt sich ein milderes Öl.

Das Hanfsamen Öl dient als Speiseöl und wird vor allem aufgrund des hohen Gehalts an essenziellen Fettsäuren wie der Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren geschätzt, welche im Hanföl in einem für den Menschen hervorragenden Verhältnis vorliegen. Diese können vom Körper nicht selbst produziert werden und müssen über die Nahrung zugeführt werden.

Nutzen kann man das Hanföl beispielsweise für Salate oder zum Kochen und Backen. Hanföl hat einen niedrigen Rauchpunkt, d.h. es sollte nicht überhitzt werden. Temperaturen über 165°C sind zu vermeiden.

CBD-Öle mit unterschiedlich hoher Konzentration

CBD-Öle sind in unterschiedlich hoher Konzentration erhältlich. Gängig sind 5 und 10 Prozent. Je höher die Konzentration ist, desto teurer ist in der Regel auch das Produkt.

Eine niedrige CBD-Konzentration eignet sich dazu, um erste Erfahrungen mit CBD-Öl zu machen. Vielen Anwendern reichen 5% bereits aus. Die Öle mit 5 Prozent CBD liegen preislich im Mittelfeld. Am teuersten sind Öle mit 10 Prozent oder mehr Cannabidiol Anteil.

Zu beachten ist, dass hier keinesfalls die Regel gilt: Je höher die CBD-Konzentration – desto größer ist der Effekt. Bei CBD gilt die Regel: Soviel wie nötig, so wenig wie möglich.

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CBD-Öl und seine Dosierung

Das CBD-Öl wirkt sehr individuell, denn jeder Organismus reagiert anders. Demzufolge ist es seriös nicht möglich, Empfehlungen für eine Dosierung zu geben. Während beispielsweise wenige Tropfen eines 5-prozentigen CBD-Öls bei einem Menschen bereits eine Wirkung entfalten, könnten bei einem anderen Menschen 10 Tropfen benötigt werden.

Bei einem anderen könnten bereits 3 Tropfen eines 2-prozentigen Öls Effekte haben. Deshalb wird häufig geraten, mit einem 2- oder 5-prozentigen CBD-Öl in einer geringen Dosierung zu beginnen und diese einige Tage beizubehalten. Zeigt sich kein Effekt, kann die Dosis erhöht werden.

Darüber hinaus geben auch die Hersteller meist eine Dosierungsempfehlung, wobei diese in der Regel sehr niedrig sind, um sich im Falle unerwünschter Nebenwirkungen abzusichern. Wie schon zuvor erwähnt, sollte man mit einer geringen Dosierung beginnen und diese langsam steigern, wenn nach einigen Tagen keine Wirkung zu spüren ist.

Wie wird CBD-Öl eigentlich eingenommen?

In der Regel wird CBD-Öl sublingual eingenommen. Das bedeutet, es werden täglich einige Tropfen direkt unter die Zunge gegeben. Dort sollte das CBD-Öl für etwa 30 bis 60 Sekunden bleiben, da so das CBD über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann. Diese ist sehr gut durchblutet, weshalb das CBD schnell in die Blutbahn gelangen kann.

Eine andere Variante ist, das CBD-Öl direkt zu schlucken. Die Magenschleimhaut nimmt das CBD nur langsam auf.

Dafür bieten einige Hersteller CBD Kapseln an. CBD Kapseln kann man allerdings auch mit Leerkapseln aus der Apotheke schnell selbst und kostengünstig herstellen.

Bei beiden Varianten wird das CBD über die Blutbahn zum Gehirn transportiert. Dort angekommen regt das CBD die Rezeptoren CB1, 5-HT1A und den Vanilloidrezeptor an.

Worauf sollte beim Kauf des CBD-Öls geachtet werden?

Der CBD-Prozentwert bildet zusammen mit der Angabe des Volumens (ml) auf der Produktverpackung die Menge an CBD (mg) im Öl. Einige Hersteller geben die Summe von CBD und dessen sauerer Vorstufe CBDa, wie CBD in der Pflanze vorkommt, als CBD-Prozentzahl an. Seriöse Anbieter stellen Analysen des Cannabinoid-Gehaltes zur Verfügung. Beim Kauf des CBD-Öls ist nicht nur auf den CBD-Prozentwert, sondern auch auf die Menge zu achten.

Ein gutes Produkt sollte je nach Dichte des Öls in 10 ml CBD Tropfen bei einer Konzentration von 10% um die 900 bis 1.000 mg CBD enthalten. Auch auf den THC-Gehalt ist unbedingt zu achten, denn dieser darf dem gesetzlich festgelegten Richtwert – in Deutschland 0,2 Prozent – nicht überschreiten. Öle mit einem höheren THC-Wert haben eine berauschende Wirkung, unterliegen damit dem BtMG und dürfen nur von einem Arzt verschrieben werden.

Wie sollte CBD-Öl aufbewahrt werden?

CBD Tropfen sind lichtempfindlich. Bewahren Sie deshalb Ihr Öl immer in der mitgelieferten Verpackung auf. Zudem ist es wichtig, das CBD-Öl an einem dunklen und kühlen Ort zu lagern. Möglich ist beispielsweise das Lagern im Kühlschrank. Bezüglich der Haltbarkeit ist zu sagen, dass CBD-Öl bis zu zwei Jahre haltbar ist.

 

 

Quellen

[1] – Information zum Anbau von Nutzhanf gemäß Betäubungsmittelgesetz (BtMG)